Weicheres Wasser in der Gemeinde Finnentrop

Pastor Kinold segnete das neue Wasserwerk, das danach besichtigt werden konnte.
Pastor Kinold segnete das neue Wasserwerk, das danach besichtigt werden konnte.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Was wir bereits wissen
Die Gemeinde hat am Wochenende ihr neues Wasserwerk in Müllen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Müllen..  In einer kleinen Feierstunde wurde am Wochenende das neue Wasserwerk der Gemeinde Finnentrop in Müllen eingesegnet und der Bevölkerung vorgestellt.

Die Grundsteinlegung für das neue Wasserwerk fand im Oktober 2013 statt. Ans Netz ging es schon Ende vergangenen Jahres. Das Gebäude, das von außen eher schlicht wirkt, ist innen mit modernster Technik ausgestattet. Herzstück des Wasserwerkes ist eine Ultrafiltrationsanlage in Kombination mit einer Entkalkungsanlage, der sogenannten Umkehrosmose. Damit wurde die Härte des Wassers von 14 (deutsche Härte) auf 9,5 reduziert, was besonders Besitzer von Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Duschköpfen und ähnlichem begrüßen dürften.

Es handelt sich dabei um eine im Regierungsbezirk Arnsberg einmalige Anlage. Rund 3600 Kubikmeter Wasser können pro Tag für die Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Hinzu kommen zwei Reinwasserkammern mit jeweils 65 Kubikmeter in Vorratsspeicherung. Die Kosten für die Anlage betragen 1,88 Millionen Euro, „womit wir voll im Rahmen der Planungen liegen“, so Bürgermeister Dietmar Heß. Der Wasserpreis, der jetzt bei 1,24 Euro pro Kubikmeter liegt, wird laut derzeitiger Plankostenrechnung um rund 31 Cent steigen.

Als man 2011 aus Arnsberg erneut die wasserrechtliche Erlaubnis zur Entnahme von Grundwasser für die Quelle Müllen bekam, erhielt man aber die Auflage, eine Aufbereitung des Rohwassers einzurichten um auch im Falle einer eventuellen Verunreinigung eine Versorgung der Einwohner mit sauberem Trinkwasser gewährleisten zu können. Die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde setzt hier das im Trinkwasserrecht verankerte Vorsichtsprinzip um. Auf der Grundlage dieser wasserrechtlichen Erlaubnis, die bis zum Jahre 2040 geht, erfolgte die Planung um Umsetzung des neuen Wasserwerkes.

Bürgermeister Heß ging bei der Einweihung auch auf die Geschichte der Wasserversorgung in der Gemeinde Finnentrop ein. Die Quelle bei Müllen wurde nach dem zweiten Weltkrieg zunächst für die Versorgung von Finnentrop, Bamenohl , Lenhausen und Weringhausen genutzt. „Im Grundbuchauszug aus dem Jahre 1953 wurde der Gemeinde das Recht eingeräumt, Wasser in beliebiger Menge zu gewinnen und zu entnehmen sowie zu diesem Zweck ein Pumpwerk zu bauen und zu unterhalten“, berichtete Heß. Wenig später kamen die Ortschaften Rönkhausen, Schönholthausen, Ostentrop und Deutmecke mit an das Versorgungsnetz aus Müllen und als letztes folgte 2007 die Ortschaft Heggen.

Nach der Einsegnung durch Pastor Kinold durfte sich dann jeder vor Ort ein Bild von der neuen Anlage machen und mit einem Gläschen frischem Felsquellwasser anstoßen.