Vorerst Flaute bei Wendener Windkraftzonen

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Wenden..  Von Rückenwind kann keine Rede mehr sein. Es herrscht jetzt Flaute in Sachen Windkraft in der Gemeinde Wenden. So legte der Rat den Beschluss von Potentialflächen zunächst auf Eis. Hintergrund: Die Landesregierung hat erneut den Gesetzesentwurf zur Windkraft abgeändert. War bisher die Rede davon, dass im Regierungsbezirk Arnsberg 18 000 Hektar für die Windkraftnutzung ausgewiesen werden „müssen“, so heißt es jetzt nur noch „können“.

„Wir wissen noch nicht, wie die Bezirksregierung handelt. Wir haben keine Vorgaben mehr“, brachte Baudezernentin Judith Feldner die neue Situation auf den Punkt und empfahl, den Beschluss in eine Info umzuwandeln. Dem folgte der Rat.

Laut Feldner laufe derzeit die erste Stufe der Artenschutzprüfung: „Die Ergebnisse liegen erst im Dezember vor. Erst dann kann man weitersehen. Ende des Jahres können wir noch mal neu über das Thema sprechen.“

Derweil hatte das von der Gemeinde Wenden vor Monaten beauftragte Planungsbüro ­Baurechtsservice (Aachen) das Gemeindegebiet hinsichtlich möglicher Windkraftnutzung unter die Lupe genommen.

Flächen im nördlichen Bereich

Alexander von Frantzius stellte dem Rat die Ergebnisse der Potentialflächenanalyse vor: „Die Planung ist fertiggestellt. Wir haben sie an die Gemeinde übergeben. Die Flächen bewegen sich alle im nördlichen Bereich Richtung Autobahn.“

Wie berichtet, handelt es sich um Areale nordwestlich von Hillmicke sowie östlich von Scheiderwald und Schönau. Diese waren auch bereits in einem Teilentwurf des Landesentwicklungsplanes von der Bezirksregierung als mögliche Flächen für Windräder in der Gemeinde Wenden vorgesehen worden. „Das ist erstaunlich, dass wir hier konform mit den Vorschlägen der Bezirksregierung arbeiten können, anders als zum Beispiel in Lennestadt und Kirchhundem“, so Alexander von Frantzius.Man gehe in Wenden davon aus, keine Einzelanlagen zuzulassen: „Sie wollen möglichst Konzentrationszonen mit mehreren Anlagen. Eine Mindestfläche von 20 Hektar bietet Raum für mindestens drei 200 Meter hohe Anlagen.“

Soweit wie am Anfang

Als Abstände seien mindestens 800 Meter zum Innenbereich-Wohnen und 600 Meter zum Außenbereich-Wohnen vorgesehen.

Das Thema entwickelt sich zu einem permanenten Ärgernis. Wir sind soweit wie am Anfang“, kommentierte Bürgermeister Peter Brüser den Hick-Hack. Er verwies vor allem auch auf die finanziellen Aufwendungen und die personelle Inanspruchnahme im Rathaus. „Die Kehrtwende der Landesregierung ist zu begrüßen, aber wir hatten erhofft und erwartet, dass es konkrete Vorgaben gibt. Was haben wir? Nichts. Ich bin irgendwie froh, dass ich im Dezember nichts mehr damit zu tun habe“, sagte Brüser.