Von der Renaissance bis zur Moderne

Olpe..  Freunde der anspruchsvollen Chormusik kamen am Donnerstag in der Martinus-Kirche auf ihre Kosten. Dort sang sich der Vinzenz-Pallotti-Chor in die Herzen seines Auditoriums, dem die Sänger und Sängerinnen im voll besetzten Gotteshaus einen klangvollen Start in das neue Jahr bescherten.

Das traditionelle Neujahrskonzert stand unter dem Motto „Weihnachtszeiten“. Auch wenn es auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint, die Mehrzahl („-zeiten“) zu verwenden, hatte sich das Ensemble unter Leitung von Johannes Weisgerber etwas dabei gedacht: Es nahm seine Besucher mit auf eine Reise durch die Weihnachtszeiten verschiedener Epochen.

Gehaltvoller Auftakt

Das Konzert brachte die ganze Bandbreite klangvoll zu Gehör. Zum Auftakt erfüllte der musikalische Leiter Joannes Weisgerber, der im September 2011 den Taktstock des 1971 gegründeten Chores übernahm, an der Orgel mit dem bekanntesten Werk von Eugène Gigout die Kirche mit einem beeindruckenden Klangvolumen, das sich langsam aus wenigen Akkorden aufbaute.

Nach dem gehaltvollen Auftakt begrüßte Werner Becker die Gäste und machte deutlich, dass das traditionelle Konzert nach 2011 und 2013 zum dritten Mal in der Martinus-Kirche stattfinde, da die Pallottiner-Kirche zu klein wurde. Mit Blick auf das Eröffnungswerk spannte der Moderator den Bogen von der „Toccata“ zum Advent. Werner Becker erhöhte die Vorfreude auf den musikalischen Genuss, dessen sich die Gäste sicher waren, mit dem Ausblick auf eine musikalische Zeitreise von der Renaissance über den Barock und die Romantik bis hin zu Gospels und der Moderne. Was hätte da zum Auftakt besser passen können als „In dulci Jubilo, nun singet und seid froh“? Den Übergang aus der Renaissance zum Barock, dem Zeitalter der pompösen Herrschaften, in dem die Engländer Gefallen an der Musik Georg Friedrich Händel fanden, garnierten die Sängerinnen und Sänger mit „Joy for the World“.

Klingende Demut

Das bekannte und beliebte Weihnachtslied bescherte den Besuchern dann auch „Freude für die Welt“. Der Barock war, wie Werner Becker deutlich machte, ebenfalls von tiefer Frömmigkeit geprägt. Die klingende Demut drückte der Vinzenz-Pallotti-Chor anmutig mit „Ich steh an Deiner Krippe“ aus. Dem Werk von Johann Sebastian Bach „O, Jesulein süß“ gab Sopranistin Gabriele Dartsch eine besondere Note. Als weiteren Mitwirkenden eines gelungenen Konzertnachmittages konnten der Chor und die Gäste André Sondermann begrüßen, der „Trumpet Voluntary“ auf der Trompete zum Besten gab. Besinnlichkeit hielt auch beim Vortrag des Gedichtes „An Dezembertagen“ Einzug, bevor der Chor, begleitet von Dieter Moers an der Orgel, mit „Christmas Joy“ in die Romantik eintauchte.

Perfekte Intonation und herrliche Klangfülle erlebten die Besucher auch bei den darauf folgenden Werken dieser Epoche. Als schwungvolles Klangerlebnis erwies sich auch der über 100 Jahre alte Klassiker „Go, tell it to the Mountains“, untermalt von Joshua Stuff (Percussion).

Zum Abschluss sang der Vinzenz-Pallotti-Chor mit seinen Gästen voller Inbrunst „Oh, Du Fröhliche“. Den Schlussakkord setzte der „Alte Zimmermann“.