Vier Monate und ein Fragezeichen

Was wir bereits wissen
Die Jugendherberge in Heggen wird, wie berichtet, ab dem 1. Oktober für vier Monate als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Über die Einzelheiten werden Bürgermeister Dietmar Heß sowie Vertreter der Bezirksregierung und des Jugendherbergswerkes morgen ab 19 Uhr in der Schützenhalle informieren.

Heggen..  Die Jugendherberge in Heggen wird, wie berichtet, ab dem 1. Oktober für vier Monate als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Über die Einzelheiten werden Bürgermeister Dietmar Heß sowie Vertreter der Bezirksregierung und des Jugendherbergswerkes morgen ab 19 Uhr in der Schützenhalle informieren.

Das Land mietet, wie Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung, gestern bestätigte, die Jugendherberge bis zum 31. Januar 2016: „Das sind die Rahmenbedingungen, die so beschlossen worden sind.“

Die Gesamtsituation abwarten

Daran wolle man sich natürlich halten, da das Jugendherbergswerk seine eigenen Aufgaben und Verpflichtungen habe. Eine Garantie, dass ab dem 1. Februar die Jugendherberge wieder im üblichen Rahmen genutzt werden kann, konnte Söbbeler nicht geben: „Wir haben es nicht in der Hand, in welcher Gesamtsituation wir uns dann befinden. Wir suchen uns das nicht aus, und wir steuern das auch nicht.“

In einer eigenen Ankündigung hatte die Gemeinde Finnentrop bereits auf weiter steigende Flüchtlingszahlen hingewiesen: „Hintergrund dieser Maßnahme ist der im 2. Halbjahr zu erwartende enorme Flüchtlingsstrom, auf den sich das Land NRW vorbereitet.“ Laut Söbbeler erreichen derzeit zwischen 500 und 600 Personen täglich Nordrhein-Westfalen: „In der Spitze waren es schon 900 Personen.“

Noch vor zwei Jahren sei die Situation so gewesen, dass es im Herbst eine Spitze in der Flüchtlingsbewegung gegeben habe und zum Jahreswechsel einen Rückgang. Das sei schon zu Beginn 2015 durch die Asylbewerber aus dem Kosovo anders gewesen und auch im kommenden Winter rechne man nicht mit einem Abflauen des Flüchtlingsstroms: „Die kommen auch im Winter in ihren Nussschalen über das Mittelmeer. Das ist eine Welle, die läuft.“

Nach wie vor erreichen Asylbewerber aus dem Westbalkan das Land, vor allem aber aus Syrien, Afghanistan, Nordafrika oder auch Eritrea und Guinea.

208 Plätze stehen zur Verfügung

Die Vereinbarung zwischen dem Landesverband Westfalen Lippe des Deutschen Jugendherbergswerkes und dem Land NRW sieht vor, dass für den Zeitraum 1. Oktober bis 31. Januar 2016 insgesamt 208 Plätze zur Unterbringung von Asylbegehrenden in Heggen zur Verfügung gestellt werden. Die Einzelheiten der Unterbringung sollen zwischen der Bezirksregierung, dem DJH-Landesverband und der Gemeinde Finnentrop im August 2015 besprochen werden.