Viel zu teuer oder zu billig: Jubiläums-Streit endet mit Einigung auf Kompromiss

Kreis Olpe..  Nur „etwas mehr als die Hälfte“ der geplanten Mittel wollte die SPD-Kreistagsfraktion für das 200-jährige Jubiläum des Kreises Olpe im Jahr 2017 ausgeben. Man solle die Kosten auf 200 000 Euro deckeln und versuchen, für ein Viertel davon Sponsoren zu finden. Das allerdings lehnte der Kreistag ebenso ab wie den Vorschlag, einen Schwerpunkt auf Veranstaltungen mit jungen Menschen sowie Menschen verschiedener im Kreis Olpe wohnender Nationalitäten zu legen.

Absolut nicht angemessen

Meinolf Schmidt (UWG) ging in der Kreistagssitzung noch weiter: Er findet die Kosten „absolut nicht angemessen“ und plädierte dafür, statt Feiern einen Freiwilligentag zu veranstalten. Fred-Josef Hansen (Grüne) dagegen meinte, wenn man ein Fest veranstalte, dann richtig oder gar nicht. Identitätsstiftend und werbewirksam müsse es sein, schlug er ein Spiel einer Kreisauswahl gegen einen Bundesliga-Verein, ein Spiel ohne Grenzen mit Teilnehmern aus allen Kommunen oder ein modernes Musikangebot vor - und die Bildung eines Festkomitees.

Landrat Frank Beckehoff wies darauf hin, dass das Thema nun schon ein dreiviertel Jahr bekannt sei und man allmählich richtungsweisende Entscheidungen treffen müsse.

Darauf folgte ein klares Plädoyer für ein großes Fest von Wolfgang Hesse (CDU). Rückblick, Bestandsaufnahme und Ausblick gehörten zu einem solchen Jubiläum, sagte er und dass ihm die bisherigen Planungen „zu billig“ seien, „an Euro und auch an Angebot“.

Erschrocken über UWG

Er habe viel Sympathie für die Ideen von Hansen und sei erschrocken über die Meinung der UWG. Auch mit dem Vorschlag der SPD, ausländische Mitbürger einzubinden, könne er sich anfreunden. Als mehrheitsfähig (vier Nein, 13 Enthaltungen) erwies sich am Ende ein Gemisch der Vorschläge. Zum einen werden die bisherigen Pläne weiter verfolgt. Außerdem sollen mögliche Einnahmen ermittelt und ein Arbeitskreis gebildet werden, der sich dann auch mit dem Freiwilligentag und der Einbeziehung aller Nationalitäten beschäftigen wird.