Verwaltung will Kulturhaus den Weg ebnen

Der Vorentwurf für das neue Kulturhaus in Drolshagen. Links und im Vordergrund die neuen Gebäude, rechts das bestehende Heimathaus.
Der Vorentwurf für das neue Kulturhaus in Drolshagen. Links und im Vordergrund die neuen Gebäude, rechts das bestehende Heimathaus.
Foto: Bürgerstiftung Drolshagen
Mit Ausnahme- und Härtefallregelungen sollen die Konflikte mit der Gestaltungssatzung ausgeräumt werden. In diese Richtung zielt der Beschlussvorschlag der Verwaltung für den am 24. Februar tagenden Fachausschuss.

Drolshagen..  Gute Nachricht für die Bürgerstiftung, die in Drolshagen ein Kulturhaus bauen will: Das Architektenkonzept für das Gebäude kollidiert zwar an manchen Stellen mit der Drolshagener Stadtkerngestaltungssatzung (wir berichteten), doch die baurechtlichen Dellen gefährden das Projekt nicht, sondern lassen sich leicht ausbeulen.

Dieses Vorgehen schlägt jedenfalls die Verwaltung dem Fachausschuss „Stadtentwicklung und Umwelt“ vor. Trotz der „bedarfsorientierten Abstimmung zwischen der Verwaltung, der Unteren Bauaufsichtsbehörde, dem Stiftungsvorstand und der beauftragten Architektin“ (O-Ton Verwaltung) haben die Experten im Drolshagener Rathaus acht Knackpunkte ausfindig gemacht.

Nicht reinweiß und keine Sprossen

Da wäre zum Beispiel die mittlere Traufhöhe des Kulturhauses, die mit ihren neun Metern 2,50 Meter über den Satzungsvorgaben liegt.

Nicht satzungskonform sind auch die Dachform des Hauptgebäudes, das rückwärtige Flachdach mit Dachterrasse, die Dacheindeckung mit großformatigen Faserzementdachplatten und die grauen Faserzementplatten an der Außenfassade.

Dann wären da noch die Fenster, die aus historischen Erwägungen eigentlich reinweiß und mit Sprossen versehen sein sollten, laut Planung aber schiefergrau oder anthrazit sind und auch keine Sprossen aufweisen.

Ebenfalls im Widerspruch zur Stadtkerngestaltungssatzung steht die Größe des Dachflächenfensters.

Diese nicht satzungskonformen Details können nach Darstellung der Verwaltung teilweise als Ausnahmen von der Regel genehmigt werden, da die Stadtkerngestaltungssatzung eine Reihe von Ausnahmeregelungen vorsieht.

Der Rest könnte als Abweichung von der Satzung gewertet und quasi per Härtefallregelung abgesegnet werden.

Denkmalpflegeamt muss zustimmen

Die Drolshagener Verwaltung weist aber auch darauf hin, dass die Zustimmung beim LWL-Amt für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Münster eingeholt werden muss. Die sei erforderlich, weil die Errichtung des Kulturhauses einen baulichen Eingriff in das eingetragene Denkmal „Heimathaus“ und in den denkmalrechtlichen Umgebungsschutz darstelle.

Der Drolshagener Ausschuss „Stadtentwicklung und Umwelt“ berät über die Gebäudekonzeption und -gestaltung des Kulturhauses am Dienstag, 24. Februar. Das 600 000-Euro-Projekt steht als Punkt 9 auf der Tagesordnung. Die öffentliche Sitzung findet im Musiksaal des Alten Klosters statt und beginnt um 16.30 Uhr.

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