Verkehrsführung nach Öffnung der Nordumgehung
08.07.2011 | 17:02 Uhr 2011-07-08T17:02:00+0200
Attendorn. Die Informationsveranstaltung der Stadt Attendorn zu dem Thema „Vorschläge verkehrlicher Maßnahmen nach Öffnung der Nordumgehung zur weiteren Aufwertung der Innenstadt“ am Mittwochabend in der Mensa der Hauptschule im Schwalbenohl hatte gut 80 Interessierte angezogen.
Bürgermeister Wolfgang Hilleke, der überrascht war, dass so viele gekommen waren, begrüßte die Anwesenden und Baudezernent Carsten Graumann stellte anschließend Dipl.-Ing. Wolfgang Christ von der Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung aus Aachen vor, der sich seit gut 25 Jahren mit der Neuordnung des Straßennetzes in der Hansestadt befasst und somit viel Erfahrung mitbringt.
Innenstadt entlasten
In seinem Vortrag machte Christ deutlich, „dass mit der im Jahre 2007 fertiggestellten Entlastungsstraße Am Zollstock und insbesondere mit der für September geplanten Freigabe der Nordumgehung die wesentlichen Voraussetzungen für eine Neuordnung der Verkehre im Innenstadtbereich geschaffen sind“. Und da es so schön heißt „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, gehen die Planungen weiter und der Verkehrsexperte erläuterten den Anwesenden seinen zweistufigen Plan.
Der sieht in der ersten Stufe die Einrichtung einer Einbahnstraße in Richtung Norden auf dem Streckenzug Niederste Straße/Ennester Straße zwischen den Einmündungen Im Sackhof und Seewerngraben vor.
Tempolimit ausweiten
Weiterhin soll in Ergänzung der bisher bereits bestehenden Beschränkungen der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h dieses Tempolimit auch auf der Windhauser Straße von der Einmündung der Hansa-straße bis zum Ennester Tor, auf der Bahnhofstraße, auf dem Ennester Weg zwischen Ennester Tor und Abzweig Fußweg Ennester Weg sowie auf der Finnentroper Straße westlich der Straße Am Stürzenberg eingeführt werden. Ein Kernpunkt des Konzepts, der auch für Diskussionen sorgte, war die geplante Sperrung der Wiesbadener Straße in Höhe der Rundsporthalle für den motorisierten Individualverkehr (MIV), um das Hollenloch zu entlasten, sowie die Sperrung des Heggener Weges südwestlich der Albert-Kemmerich-Straße in Richtung Grafweg durch Abpollerung.
Das Konzept sieht weiterhin den Ausbau des Knotenpunktes Am Zollstock/Bahnhofstraße als Kreisverkehrsplatz sowie Ertüchtigung des unmittelbar benachbarten Knotens Am Zollstock/Parkplatzanschluss Allee-Center durch Einrichtung einer Linksabbiegespur für circa drei Fahrzeuge auf der Straße Am Zollstock und Verbreiterung der Parkplatzausfahrt auf zwei Spuren (separate Spuren für Links- und Rechtsabbieger).
Neuordnung in Ennest
„Über den Tellerrand der Innenstadt hinausschauend“, so Christ, könnte man sich auch eine Neuordnung der Verkehre im Bereich von Ennest vorstellen.
Die zweite Stufe des von Dipl.-Ing. Wolfgang Christ erarbeiteten Plans enthält als Optionen die Herausnahme des östlich der Straße Am Stürzenberg, vor der Atta-Höhle gelegenen Abschnittes der Finnentroper Straße aus dem Verkehrsnetz sowie eine Diagonalsperre für den MIV auf der Niedersten Straße zwischen Hofestatt und Glockengasse. Weiterhin vorgesehen ist der Bau eines Kreisverkehrs mit einem Durchmesser von 28 Metern im Ennester Tor, an den der Seewerngraben direkt angebunden wird, über den denn der Parkplatz Feuerteich ausschließlich erschlossen werden soll.
Zur Entzerrung des Parkplatzproblems schlug Christ vor, „möglichst an allen Einfalltoren zur Kernstadt zusätzliche öffentliche Stellplätze anzubieten, um die Stellplatznachfrage im Kernbereich zu reduzieren und fußläufige Erreichbarkeit aller Kernstadtbereich zu verbessern“. Im Bereich des Hallenbades müsse ein weiterer Parkplatz entstehen und das Stellplatzangebot auf dem Feuerteich aufgestockt werden.
Kritische Fragen
Nach dieser Vorstellung hatten Bürgermeister Wolfgang Hilleke und Dipl.-Ing. Wolfgang Christ zahlreiche, auch kritische Fragen zu beantworten. Dabei klang an, dass bei einer Umsetzung zu viele Straßen gesperrt werden und dadurch weite Umwege gefahren werden müssten. Außerdem müsse der Radverkehr im Rahmen der Möglichkeiten mit ein bezogen werden.
Wolfgang Hilleke wies darauf hin, dass man stets das Konzept als Gesamtsystem für eine Neuordnung des Verkehrs in Attendorn sehen müsse, das auch nur als solches funktioniere und zum Beispiel die Aufenthaltsqualität in der Niedersten- und der Ennester Straße erhöhen könne. Das unterstrich auch Hubert Netten, der meinte: „Das Gesamte ist verdammt gut“. Das Resümee von Bürgermeister Hilleke war, dass „Attendorn uns allen am Herzen liegt, jedoch kann nicht jedes Einzelinteresse bis zum Schluss berücksichtigt werden“.
Eine Zeitschiene für eine Umsetzung der vorgestellten Planung gibt es noch nicht.
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