Vergnügter Applaus für turbulente Komödie

Szene aus dem Stück "Eine Couch in New York", mit Viola Wedekind als "Beatrice Saulnier" und Jacques Breuer als "Dr. Henry Harriston" auf der Bühne. Die beiden sind auch im wirklichen Leben mit Hund Pippa eine Familie. Unter dem Bett, das ist Raphael Grosch, der u.a. einen Patienten spielt.
Szene aus dem Stück "Eine Couch in New York", mit Viola Wedekind als "Beatrice Saulnier" und Jacques Breuer als "Dr. Henry Harriston" auf der Bühne. Die beiden sind auch im wirklichen Leben mit Hund Pippa eine Familie. Unter dem Bett, das ist Raphael Grosch, der u.a. einen Patienten spielt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In der deutschen Erstaufführung des Stücks „Eine Couch in New York“ sorgten u.a. Viola Wedekind und Jacques Breuer für beste Unterhaltung.

Meggen..  Zeitungsannonce. Wohnungstausch. Urlaub in einem anderen Haus, einer anderen Wohnung. Schon länger ein gängiges Modell. Aber nicht immer verlieben sich die Tauschenden ineinander und werden ein Paar. Nach der Pause natürlich und am Ende des Stückes „Eine Couch in New York“ ( deutschsprachige Erstaufführung ) - nach dem gleichnamigen Film von Chantal Akerman – geschah es dann aber genau so.

Ab Mitte des ersten Teils wartete man im PZ in Meggen auf dieses Ende. „Eine Couch in New York“ ist eine äußerst veritable Boulevardkomödie. Gerhard Poschmann -Reichenau hat die deutsche Bühnenfassung da und dort ein wenig klamaukig gestaltet, aber das schadet kaum. Denn von der Grundanlage her stimmen Story und Typen. Nichts ist verständlicher als dass ein Psychiater irgendwann mal von den Problemen seiner Patienten die Nase voll hat. Wenn er in New York wohnt, warum dann nicht nach Paris? Warum sollte die Pariser Tänzerin Beatrice nicht den Wunsch haben, den Reiz einer anderen großen Stadt zu spüren? Also auf in die Wohnung des Psychiaters nach Manhattan.

Patientenprobleme

Dass sie dort gleich dessen Patienten und seinen Hund übernehmen darf, konnte sie nicht wissen. Aber Patienten wollen und können ihre Probleme nicht in den Urlaub schicken, besonders dann nicht, wenn die Neue in Dr. Harristons Wohnung, die auch die Praxis ist, so gut aussieht und so freundlich ist. Bis sich Beatrice und Harriston kriegen, gibt es noch einige Verwicklungen und Missverständnisse. Aber es sind theatergerechte Verwicklungen, die man gerne genießt. So hat Harriston, der zu früh aus Paris zurückkehrt und deswegen nur als „Patient“ seine Wohnung betreten kann, als Helfer seinen Freund Johnny, einen Restaurantbesitzer.

Komische Gegensätze

Johnny ist ein direkter Typ, Harriston ist schüchtern, so kann es nur komische Gegensätze geben, ähnlich verhält es sich mit Anne, der Freundin von Beatrice. Beatrice ist eine Frau mit Verstand, aber den kann sie ausschalten, wenn der Richtige kommt. Ihre sehr positiv besetzte Figur trägt das Stück bis zum Schluss. Dass das Stück funktioniert, merkte man auch an der Spielfreude der Schauspieler. Viola Wedekind gab eine blitzsauber gelungene, sympathische Beatrice, Jaques Breuer, vielfach durchs Fernsehen bekannt, einen extrem schüchternen Psychiater, der nichts dringender braucht als eine Frau, die ihn liebt. Ebenso eifrig setzten sich Kim Zarah Langner, Raphael Grosch und Dirk Waanders in Szene. Sie hatten jeweils mehrere Rollen zu bedienen. Nicht vergessen werden darf der Hund Pippa (trainiert von Stefanie Ströbele ), ein echter Theaterhund, dem nur noch das Sprechen können fehlt. Paris, die Liebe, ein Paar, das sich findet ( übrigens im echten Leben auch) – was passt besser zum Frühling, der sich gerade durchzusetzen versucht? So sah es auch das Publikum. Ein voll besetztes PZ gab vergnügt Applaus.