Verantwortungslos

Post-Interview. Zitat: ,Sehe kein Service Problem’. Wenn die in den vergangenen Tagen geschilderten Vorkommnisse das nicht sind, was wäre denn dann eins?

Aus der Antwort der Post auf die bestehenden Missstände spricht vor allem Ignoranz und Einsichtsresistenz in Bezug auf den angemessenen Umgang mit den berechtigten Interessen des Kunden.

Eine solche Einstellung zu dem anvertrauten Eigentum Anderer kann man auch als kultivierte Verantwortungslosigkeit sehen.

Damit dürfte sich der sowieso schon entstandene Imageschaden für die Post durch die verlorene Sendung nach diesen Erklärungsversuchen noch maximiert haben und so wohl höher als mein entstandener Schaden von 250 Euro zu bewerten sein. Einen gewissen Unterhaltungswert sehe ich noch in der latenten Andeutung, manche Postkunden könnten wohl zu dämlich sein, ihre Pakete ordentlich zu verpacken sowie zu beschriften und sie dadurch für den Verlust derselben noch selber verantwortlich zu machen.

Aber selbst diese Argumentation ist in meinem oder ähnlichen Fällen am Thema vorbei, da sich dadurch der angebliche Null-Wert bei Verlust auch nicht ändern würde.

Interessant auch die lockere Auffassung des Begriffs „Kulanz“. Zitat des Herrn Alexander Böhm: ,Ich will nicht sagen, dass wir nicht kulant sind. Aber es gibt gewisse Regeln, die eingehalten werden müssen, von beiden Seiten. Und wenn sich beide Seiten an alle Vereinbarungen halten, dann gibt’s auch keinen Stress, und dann wird auch entsprechend reguliert.’

Genau – beide Seiten. Was habe ich eigentlich nicht eingehalten, so dass hier nicht reguliert wird? Verstehen Sie das etwa unter Kulanz?

Man scheint sich sicher im Sattel zu glauben. Jedes andere im Wettbewerb stehende Unternehmen würde in Anbetracht solcher Vorkommnisse zumindest mal in Erwägung ziehen, seine Unternehmensphilosophie zu hinterfragen.