Unterstützt den Verein

Bürgerhaus..  Das Projekt ist nicht gescheitert, sondern wurde zermürbt! Und wenn man ausloten will, wie der Alte Bahnhof noch zu retten ist, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit.


Die Chance, mit Hilfe von Landesmitteln im Rahmen der Regionale die Umbaukosten zu halbieren, scheinen Vertreter der Stadt systematisch hintertrieben zu haben. Jürgen Aubert, der acht Wirtschaftspläne für den Betrieb des Bürgerhauses erstellt hatte, belegt an Zahlen, wie die Kosten in die Höhe getrieben wurden. Vor den Experten-Workshops standen den Ausgaben von 350.500 Euro Erlöse von 329 000 Euro gegenüber, Danach kletterte das Defizit auf nunmehr 138 100 Euro! Gründe: Durch die Vorgabe der Landesförderung, dass nur ein Fünftel des Bürgerhauses kommerziell genutzt werden darf, verringerten sich die Gewinne um 18.000 Euro auf 311 000 Euro. Die Kosten stiegen aber gleichzeitig auf 449 100 Euro, weil die Stadtvertreter eine Professionalisierung verlangten und das ehrenamtliche Engagement zurück drängten. Das gleiche geschah in den Planungsworkshops, die sich mit dem Umbau des Gebäudes befassten: Die Stadtvertreter wollten Parkettboden und teure Alufenster statt der günstigeren Kunststoffvariante, Schieferdach statt Folienbeschichtung, und für die Statik ohne Begründung viermal so viel Stahl wie die Workshopexperten.


Architektin Gabriele Tump, die im Verein die Planung vorantrieb, sagte, es habe keine konstruktiven Vorschläge zur Kostenreduzierung von der Stadt gegeben. Diese Rolle der sonst so sparsamen Stadtvertreter verwundert doch sehr! Noch unfassbarer ist, dass die Stadt sich weigerte, gegenüber der Regionale eine finanzielle Priorisierung des Projektes zu bekunden, nachdem der Bürgerhausverein den ersten Stern für sein Konzept bekommen hatte. Aber Landesförderung ist weiterhin nicht ausgeschlossen, denn das Attendorner Bürgerhaus-Projekt hat sich landesweit Anerkennung verschafft und ist 2014 mit dem ersten Preis der Initiative „Westfalen bewegt“ für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden.


In der Stadtverordnetensitzung lobten alle den Verein in höchsten Tönen und bekundeten, das Bürgerhausprojekt fortzuführen. In meinen Ohren klang das weitaus glaubwürdiger als die Herzbluttöne des Herrn Hilleke. Doch ich verstehe nicht, warum jetzt ein Investorenmodell verfolgt werden soll: Investoren investieren Geld, um damit Geld zu verdienen. Das kommt die Stadt allemal teurer als ein ehrenamtlicher Partner. Warum scheuen die Stadtverordneten sich, einer Initiative zu vertrauen, die viele Jahre lang kompetent, engagiert und loyal gearbeitet hat? Unterstützt den Verein und lasst ihm freie Hand!


Dr. Bärbel Röben, Attendorn