Ungewisse Zukunft für den Lehrbienenstand

Wie sieht die Zukunft aus des Lehrbienenstandes an der Vogelwarte in Altenhundem? Das Jahresprogramm wird auf jeden Fall weiter durchgeführt.
Wie sieht die Zukunft aus des Lehrbienenstandes an der Vogelwarte in Altenhundem? Das Jahresprogramm wird auf jeden Fall weiter durchgeführt.
Foto: WP
Bisher residierte der Imkerverein Altenhundem mietfrei im Lehrbienenstand an der ehemaligen Vogelwarte in Altenhundem. Jetzt fordern die Eigentümer eine Monatsmiete von 150 Euro ab Januar 2016.

Altenhundem..  Der Lehrbienenstand an der ehemaligen Vogelwarte in Altenhunden wurde im Jahre 1931 errichtet. Doch jetzt ist sein künftiges Schicksal ungewiss.
In den letzten 84 Jahren konnten Hunderte von Schulklassen und Tausende interessierter Bürgerinnen und Bürgern von Nah und Fern hier profunde Kenntnisse über das Leben der Honigsammler erwerben. Schautafeln, ein „gläserner Bienenstock“ sowie historische und moderne Imker-Gerätschaften waren und sind hier zu sehen. Hier wurden seit dem Jahre 2009 alljährlich die Imker-Ausbildungskurse abgehalten, wurde der Nachwuchs bei den Bienenzüchtern in die Materie eingeführt.

Seit 18 Jahren wird der Lehrbienenstand vom Imkerverein Altenhundem betrieben. Hier werden regelmäßig Tage der offenen Tür veranstaltet. Im Jahre 1997 erwarben die beiden Unternehmer Franz Prein und Egon Behle das Areal an der Vogelwarte vom Land, obwohl dem die inzwischen reklamierte Naturschutz-Würdigkeit eigentlich schon damals bekannt sein musste.

Mietfrei

Wenig später bot das Investoren-Duo dem Imkerverein die Nutzung des ca. 1000-qm-Grundstücks samt „Bienenhaus“ an. Mietfrei. In der dann unterzeichneten Vereinbarung verpflichtete sich der Verein im Gegenzug, die Grundsteuer A für das Grundstück sowie notwendige Versicherungen zu tragen.

Doch Anfang Mai 2015 erhielten Vorsitzender Peter Bathelt und sein Schriftführer Edgar Neuhaus ein Kündigungsschreiben. „Die Eigentümer haben dem Imkerverein die Nutzung des Lehrbienenstandes zum Jahresende gekündigt. Damit geht dieses historische Bienenhaus einer ungewissen Zukunft entgegen“, so Neuhaus.

Was sich auf den erste Blick wie das endgültige Aus für den Lehrbienenstand anhört, ist nach dem Bekunden der Eigentümer keine zwangläufige Entwicklung.

Franz Prein: „Wir haben dem Verein die Fortführung des Pachtvertrages angeboten, allerdings zu eine Monatsbetrag von 150-180 Euro.“ Das sei aber, so Neuhaus, für den Verein, der übriges über rund 90 Mitglieder aus Lennestadt und Kirchhundem, aus dem Repetal und sogar aus Plettenberg verfügt, absolut illusorisch.

Und Neuhaud rechnet vor: Das würde eine Jahresmiete von 2100 Euro ausmachen, mit Steuern und Versicherungen kämen wir auf 2500 Euro. Durch Mitgliederbeiträge kämen jährlich aber nur 1080 Euro herein, was einem Beitrag von 1 Euro pro Monat bzw. 12 Euro i Jahr ausmache.

Nur Jahresverträge

Zudem sei das Angebot, den Mietvertrag nur um jeweils ein Jahr zu verlängern, absolut inakzeptabel: „Damit könnten wir nicht für die Zukunft planen. Und auch Investitionen in das Gebäude wie Anstrich, Dachreparaturen oder die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden müssten genauestens überlegt werden.

Aber auch Prein, der mit Behle zusammen neben dem Lehrbienenstand ein neues Wohngebiet erschließen möchte, wobei das Verfahren wegen Natur- und Umweltschutzaspekten seit Jahren läuft, reklamiert eine Schwebepartie: „Noch immer wissen wir nicht, ob wir dort bauen können. Solange wir das nicht wissen, können wir mit dem Imkerverein auch keine längerfristigen Verträge abschließen.“

Würde das Wohnbau-Projekt verhindert werden, könne es auch durchaus sein, dass man das gesamte Areal wieder veräußern werde. Finanznot hier, Planungs-Unsicherheit dort. Und für beide Seiten eine Schwebepartie. Das Jahresprogramm der Imker wird auf jeden Fall zunächst darunter nicht leiden.