Umsonst ist vorbei hinter Olper Bahnhof

Auch das Park-Schlaraffenland hinter dem Bahnhof gibt es nicht mehr lange. Nach den Plänen der Verwaltung ist dort ab dem 1. Juli ein Griff ins Portemonnaie nötig.
Auch das Park-Schlaraffenland hinter dem Bahnhof gibt es nicht mehr lange. Nach den Plänen der Verwaltung ist dort ab dem 1. Juli ein Griff ins Portemonnaie nötig.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Stadt will auf fünf bislang frei benutzbaren Parkterrains Gebühren erheben, damit das neue Gelände am Obersee nicht leer bleibt. Das letzte Wort hat aber die Stadtverordnetenversammlung.

Olpe..  „Ausweitung der Parkgebührenpflicht“: Dieser Punkt auf der Tagesordnung der nächsten Polit-Sitzungen verheißt nichts Gutes. Und in der Tat: Für die 356 Autos, die auf sechs Parkflächen westlich der Bigge derzeit noch kostenlos abgestellt werden können, will die Stadt Olpe ab Anfang Juli Geld nehmen. Das bestätigte Ordnungsamtsleiter Peter Püttmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auf den Parkflächen P 3 Kreuzkapelle (45 Parkplätze), P 12 Stellwerkstraße (53 Parkplätze), P 13 Am Biggeufer (18 Parkplätze), P 14 Alter Bahnhof (167 Parkplätze), P 15 Bahnhofstraße (32 Parkplätze) und P 16 Hugo-Ruegenberg-Straße (41 Parkplätze) kostet dann ein Ganztagesticket, das von 9 bis 18 Uhr gilt, 2 Euro. Wem viereinhalb Stunden reichen, der zahlt 1 Euro.

Diese Gebührenregelung gilt auch für die nicht vermieteten Stellplätze der neuen Parkfläche auf dem ehemaligen Sibo-Gelände, die auf den Namen „P 17 Busbahnhof Obersee“ getauft wurde. Dort gelten die neuen Bezahlregeln allerdings schon ab Mitte Mai. Von den insgesamt 166 Parkplätzen können 62 von jedermann (und jederfrau) benutzt werden, die verbleibenden 102 werden vermietet. 30 Euro pro Monat müssen die Mieter berappen. Konkrete Anfragen von Interessenten liegen der Verwaltung bereits vor.

Minusgeschäft vermeiden

„Somit wird insbesondere berufstätigen Dauerparkern die Möglichkeit geboten, entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse einen günstigen Parkplatz für ihr Fahrzeug zu erhalten“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Unberührt von der geplanten Ausweitung der Parkgebührenpflicht in der Kreisstadt bleiben der so genannte „Kiss & Ride“-Parkplatz (Fahrgäste abliefern oder abholen) sowie der „Park & Ride“-Platz am Olper Bahnhof.

Nach wie vor 50 Cent pro Stunde verlangt die Stadt in den beiden Parkhäusern sowie auf den Parkflächen Kurkölner Platz, Martinstraße, Imberg, Bleichewiese und Bruchstraße.

Dass auf den westlich der Bigge gelegenen Parkflächen künftig der Rubel rollt, hat einen einfachen Grund: Wenn sie weiterhin kostenlos benutzt werden könnten, dann würde wohl niemand das Ex-Sibo-Gelände anfahren. Und das brächte die Stadt ordentlich in die Bredouille. Denn sie hat die Fläche von ihrer eigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft gepachtet und muss natürlich auch Pachtgelder dafür zahlen. Würde sich das Gelände als Park-Flop herausstellen, dann wäre das ein echtes Minusgeschäft. Mit einer Vermarktung der Flächen dagegen würden jährlich rund 140 000 Euro in die gebeutelte Stadtkasse fließen.

Zehn neue Parkautomaten

Apropos Geld: Ohne Technik lassen sich die neuen Gebührenregeln nicht umsetzen. Deshalb plant die Stadt, zehn zusätzliche Parkscheinautomaten zu kaufen. Die erforderlichen 60 000 Euro sind bereits im Etat 2015 veranschlagt worden.

Vorausgesetzt, die politischen Gremien segnen die Ausweitung der Parkgebührenpflicht ab, lassen sich die kostenlos bzw. per Parkscheibe zu nutzenden Parkflächen an einer Hand abzählen. Peter Püttmann: „Der Stadthallenparkplatz, die Parkpalette Schützenstraße, der Platz hinter dem Amtsgericht und der kleine versteckte Parkplatz an der Bruchstraße.“

Dass die Kreisstadt kein gutes Pflaster für Parker ist, weist der Ordungsamtsleiter vehement zurück. Peter Püttmann: „Billiger geht’s wirklich nicht. 1 Euro für viereinhalb Stunden. Wo gibt es das denn sonst noch?“