UK-Fraktion möchte Pfarrhaus für Asylwohnungen

UK Kirchhundem plädiert für Freigabe des leer stehenden Pfarrghauses in Heinsberg als Asylunterkunft
UK Kirchhundem plädiert für Freigabe des leer stehenden Pfarrghauses in Heinsberg als Asylunterkunft
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Möglichkeiten der Gemeinde Kirchhundem für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern sind erschöpft. Die UK-Fraktion schlägt das leer stehende Pfarrhaus in Heinsberg vor.

Heinsberg..  In der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Sport, Kultur und Soziales wurde durch Bürgermeister Andreas Reinéry deutlich gemacht und im Protokoll vermerkt, dass in der Gemeinde Kirchhundem zurzeit kein Wohnraum mehr für Asylbewerber, die jederzeit neu in die Gemeinde kommen können, zur Verfügung steht.

Die Fraktion der Unabhängigen Kirchhundemer reagierte prompt. Ihr Vorsitzender Christoph Henrichs erläuterte: „Laut Anlage zum Protokoll sind derzeit 74 Asylbewerber in der Gemeinde dezentral untergebracht. Verteilt auf die Dörfer Albaum (4), Brachthausen (31), Hofolpe (21), Wirme (17), Würdinghausen (1) wohnen sämtliche Personen in angemieteten privaten Wohnungen oder in Gemeindewohnungen.“

Diese dezentrale Lösung habe mittlerweile für viele andere Städte und Gemeinden im Umkreis Vorbildcharakter.

Bürgermeister Reinéry habe in der Ausschuss- und in der Ratssitzung deutlich gemacht, dass alle Ratsmitglieder aufgefordert seien, nach freiem Wohnraum Ausschau zu halten und Mitbürger, die noch leer stehende Wohnungen besitzen, davon zu überzeugen, diese der Gemeinde zur Verfügung zu stellen.

Suche nach Wohnraum

Bei der Suche wurde Henrichs offenbar in seinem Heimatort fündig: „Nun steht seit einem halben Jahr das Pfarrhaus in Heinsberg leer und es ist laut Kirchenvorstand und Aussage von Pastor Georg Wagener nicht zu erwarten, dass ein neuer Priester ins Pfarrhaus einziehen wird. Wäre es hier nicht sinnvoll, das leer stehende Pfarrhaus der Gemeinde zur Verfügung zu stellen und somit auch als Kirche ein Zeichen zu setzen?“ Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete Henrichs auch Pastor Georg Wagener schriftlich.

Henrichs: „Die UK Fraktion stellt hiermit nicht nur die Frage, sondern auch den Antrag an die Kirchengemeinde Heinsberg, das Pfarrhaus der Gemeinde Kirchhundem für Menschen, die bei uns Asyl suchen, zur Verfügung zu stellen.“

Grundsätzlich durchaus aufgeschlossen steht Georg Wagener dem Ansinnen entgegen. In diesem speziellen Fall sieht er allerdings Schwierigkeiten.

Verhandlungen

Wagener: „Es entspricht den Tatsachen, dass das Pfarrhaus in Heinsberg seit Monaten leer steht. Zum jetzigen Zeitpunkt führen wir aber bereits Mieterverhandlungen mit einer Familie, die gerne in das Haus einziehen würde.“

Hinter der angestrebten Vermietung an die Familie stehe der örtliche Kirchenvorstand. Der Beschluss darüber solle in einer Sitzung in der kommenden Woche getroffen werden. Verkauft worden seien im Pastoralen Raum bereits die ehemaligen Pfarrhäuser in Würdinghausen, Welschen Ennest und Hofolpe. Die entsprechenden Immobilien in Silberg und Benolpe wurden aus unterschiedlichen Gründen dem Erdboden gleich gemacht.

Das kirchliche Gebäude in Oberhundem wird seit Jahren von Mietern bewohnt, während das ehemalige Pfarrhaus in Albaum teilweise als Jugendheim genutzt wird. Das Pfarrhaus der Gemeinde Kohlhagen in Brachthausen wird von Pfarrer Ferber bewohnt,