UDW will vor Beschluss Zahlen sehen

Hier funktioniert die Zusammenarbeit bereits: das Gemeinschaftsorchester der Musikschulen Olpe, Drolshagen und Wenden.
Hier funktioniert die Zusammenarbeit bereits: das Gemeinschaftsorchester der Musikschulen Olpe, Drolshagen und Wenden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In der Ratssitzung schoss die UDW scharf in Richtung Internkommunale Musikschule. Fraktionschef Dr. Buchholz: „Wenn ich einen anderen heiraten will, dann will ich doch wissen, wer das ist. Dass der aus der Nachbarschaft kommt, reicht nicht.“

Drolshagen..  Während in Olpe und Wenden bereits „grünes Licht“ zur geplanten interkommunalen Musikschule signalisiert wurde, kam in der jüngsten Sitzung der Drolshagener Stadtverordnetenversammlung heftiger Gegenwind auf. UDW-Fraktionschef Dr. Christoph Buchholz forderte, vor allen weiteren Beschlüssen zuerst einmal die Wirtschaftlichkeit des Musikschul-Dreierpacks zu untersuchen.

Null Informationen

„Ich strebe doch keine gemeinsame Musikschule an, wenn ich null Informationen über die finanziellen Folgen habe“, betonte Dr. Buchholz.

Die angespannte Haushaltslage der Stadt Drolshagen gebiete das geradezu. „Das wäre doch das Erste, was geklärt werden müsste“, so der Fraktionsvorsitzende. „Wenn ich einen anderen heiraten will, dann will ich doch wissen, wer das ist. Dass der aus der Nachbarschaft kommt, reicht nicht.“

Forderung des UDW-Politikers: Der Beschlussvorschlag der Verwaltung müsse im Hinblick auf eine Wirtschaftlichkeitsprüfung neu formuliert werden.

Bürgermeister Theo Hilchenbach hielt dem entgegen, dass die politischen Gremien Stadt Olpe und der Gemeinde Wenden den gleichlautenden Beschlussvorschlag bereits befürwortet hätten. Darüber hinaus würden „Olpe und Wenden uns nur in ihre Interna einweihen“, wenn die Stadt Drolshagen ihr Interesse an einer gemeinsamen Lösung signalisiere.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Melcher lehnte das Ansinnen der UDW ab. Er forderte die Ratsmitglieder auf, zuzustimmen, denn durch eine interkommunale Zusammenarbeit „bietet sich die Möglichkeit, kostengünstig eine Musikschule zu betreiben“.

Das sah auch Martin Theile (SPD) so: Allein der Umstand, dass eine interkommunale Musikschule nicht mehr drei Leitungen, sondern nur noch eine Leitung habe, sei doch schon ein Indiz dafür, dass der Dreierverbund finanzielle Vorteile für die Stadt Drolshagen habe, betonte der Sozialdemokrat.

Die politischen Beschlüsse in Olpe und Wenden stellten für Drolshagen „kein Präjudiz“ dar, entgegnete Dr. Buchholz. Der UDW-Fraktionschef: „Wir müssen zuerst einmal klären, was wir wollen.“ Und letztendlich lagen in Olpe und Wenden „ganz andere finanzielle Voraussetzungen“ vor. In Drolshagen dagegen sei die finanzielle Lage „katastrophal“.

Geplanter Start: 2017

Dr. Buchholz formulierte schließlich einen abgeänderten Beschlussvorschlag, der eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung beinhaltete und das Vorhaben, die Dreierlösung in Form eines Vereins zu verwirklichen, außen vor ließ. Sein Antrag wurde allerdings mit großer Mehrheit abgelehnt.

Gegen fünf Nein-Stimmen signalisierte die Stadtverordnetenversammlung schließlich „grünes Licht“ für den Ursprungsvorschlag: Der Bürgermeister soll die „organisatorischen, finanziellen und sonstigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen“ für eine gemeinsame Musikschule „in Form eines eingetragenen Vereins“ untersuchen und das Ergebnis dann in den parlamentarischen Gremien der Stadt Drolshagen vorstellen. Die neue Organisationsform solle, falls möglich, am 1. Januar 2017, spätestens aber zum Schuljahreswechsel im Sommer 2017, in Kraft treten.