Tourismus hängt immer mehr vom Wetter ab

Kreis Olpe..  Die Tourismus-Macher und -betriebe im Kreis Olpe können aufatmen. Nach einem desolaten Jahr 2013 verzeichneten alle 7 Kommunen im Kreis Olpe im letzten Jahr Zuwächse. Die Statistik zeigt einmal mehr, dass die Gästezahlen im Sauerland immer mehr vom Wetter abhängig sind.

Das winterliche Wetter um den Jahreswechsel bescherte dem Tourismus in den höheren Lagen eine gute bis sehr gute Buchungslage. „Es gab in den Winterferien nur noch einzelne freie Kapazitäten. Der Schnee führte zu spontanen Nachbuchungen aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland, den Niederlanden und Belgien“, so Nadja Reh vom Sauerland-Tourismus zur Bilanz nach den Weihnachtsferien: „Die Buchungen hängen halt vom Wetter ab“.

Und gerade das Wetter verhagelte dem Tourismus im vorletzten Jahr, also 2013, ordentlich die Bilanz. „In 2013 war der Winter sehr lang, das war zwar gut für Winterberg, aber bei uns brach dadurch der Frühling weg“, so Lennestadts Tourismuschef Clemens Lüdtke.

In der Bilanz des letzten Jahres sah das Wetter viel besser aus und dementsprechend auch die Übernachtungszahlen. In den ersten zehn Monaten 2014 von Januar bis Oktober gab es mit 524 727 Übernachtungen ein Plus von 10,3 Prozent im Kreis Olpe gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

Negativtrend abgeschwächt

Den größten Zuwachs verzeichnete Lennestadt mit 21,3 Prozent, gefolgt von Attendorn (plus 21,1), das vor allem vom neuen Hanse-Hotel profitierte, und Drolshagen (19,4 Prozent). Finnentrop (plus 3,3) und Wenden (plus 1,7) verzeichnen leichte Zuwächse, im Minusbereich landeten im letzten Jahr Olpe (minus 2,6 Prozent) und Kirchhundem (minus 10 Prozent). 2013 waren es in der Waldgemeinde sogar noch minus 19 Prozent. „Dieser starke Negativtrend ist abgeschwächt, aber die Zahlen sind natürlich noch nicht erfreulich, so Susanne Kues-Gertz von der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Lennestadt-Kirchhundem. Besonders im Hotelbereich gab es im Kirchhundemer Land weitere Rückgänge. „Unsere anderen Gastgeber sagen dagegen, das Jahr war gut und wir sind zufrieden“. Weil immer mehr Gästebetten wegbrechen, müsse man sich mittelfristig auf ein niedrigeres Niveau einstellen, so Kues-Gertz.

Allerdings lassen sich die Statistikzahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichen. Lokale Veränderungen können die Statistik ziemlich durcheinander wirbeln.

Plus durch neues Hotel

In Lennestadt zum Beispiel sorgten 2013 allein die Renovierungs- und Umbauarbeiten auf Burg Bilstein ein minus von 6000 Übernachtungen. Andererseits führte die Eröffnung des Hotels Bilstein, das ausnahmslos Pauschalreisen für niederländische Urlauber anbietet, zu einem Übernachtungs-Plus ausländischer Gäste in Lennestadt von satten 166 Prozent.