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Kunst

Friedrich Freiburg erschafft tonnenschwere Kunstwerke

09.11.2014 | 10:30 Uhr
Friedrich Freiburg erschafft tonnenschwere Kunstwerke
Zu den Arbeiten von Friedrich Freiburg zählt auch ein drei Meter hoher Nachbau des Arnsberger Schlosses.Foto: Friedrich Freiburg

Finnentrop.   Weil er auf seinen Beruf als Futtermittelhändler keine Lust mehr hatte, wurde der Finnentroper Friedrich Freiburg Bildhauer. Seine monumentalen Arbeiten lassen sich in ganz Südwestfalen bestaunen. Er erschafft beeindruckende Kunstwerke - von der Betonnixe bis zum Arnsberger Schloss.

„In meinem ersten Leben war ich Futtermittelhändler.“ Mit einem leisen Lächeln kommt Friedrich Freiburg die Erinnerung über die Lippen. Obwohl - so lustig war das damals wahrscheinlich gar nicht: Tag für Tag kreuz und quer über Land von Soest bis Siegen und von Hagen bis Winterberg. Am Ende gab der heute 65-Jährige den Beruf auf, den er vom viel zu früh verstorbenen Vater hatte übernehmen müssen. 40 Jahre war der Finnentroper da alt - und von Stund’ an wurde er Künstler. Genauer gesagt: Bildhauer.

Überall in Südwestfalen stehen seine zum Teil monumentalen Arbeiten. Skulpturen aus Beton sind es zumeist, denn „damit kann ich besser arbeiten als mit Naturstein“, erklärt Freiburg. Über 16 Tonnen wiegt seine schwerste Arbeit; ein „Lauschgeist“, in dessen hohlem Kopf leicht acht bis zehn Leute Platz finden. Immerhin gut sechs Tonnen wiegt der Starkstromstecker, den der Kirchhundemer Unternehmer Walter Mennekes vor neun Jahren als Markenzeichen für seinen Firmensitz in Auftrag gab. „Im Maßstab 1:30 habe ich den Stecker gefertigt“, zeigt sich Friedrich Freiburg bis heute stolz über das gelungenen Werk.

Acht Meter lange Betonnixe

In bester Erinnerung ist ihm auch noch die acht Meter lange Betonwassernixe für den Biggesee. Auf einer unter Naturschutz stehenden Insel hat sie sich niedergelassen; beim komplizierten Aufbau gab es reichlich Widerstand von Umweltschützern: „Der Schwarzmilan hat aber dennoch drei gesunde Junge zur Welt gebracht“, freut sich der Bildhauer immer noch, dass am Ende alles gut und gütlich ausgegangen ist. Und das gilt auch für die vielen anderen Objekte, vom drei Meter hohen Arnsberger Schloss (maßstabsgebtreu 1:10) bis zur launigen Schwarzen Katze mit erhobenem Weinglas, die als vier Meter hohe Figur eine Kreisverkehrsinsel im Weinörtchen Zell an der Mosel schmückt.

Inzwischen hat Friedrich Freiburg sein künstlerisches Schaffen noch erweitert. Neben der Bildhauerei widmet er sich in der kalten Jahreszeit dem stubenwarmen Malen und Schreiben. Gemeinsam mit Prof. Hans Fröhlich, einem Landvermesser mit südwestfälischen Wurzeln, hat Freiburg schon mehrere Hefte mit Sauerländischen Geschichten und heimatlicher Geschichte veröffentlicht. Seine munteren Illustrationen begleiten damit die Fröhlich-Anekdoten aber auch die eigenen Gedanken, die er zu Papier bringt.

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Geistesblitze und Kurzschlüsse

„Geistesblitze und Kurzschlüsse aus dem FF“ nennt der Künstler augenzwinkernd seine kleinen Broschüren. Darin findet man Sätze wie beispielsweise diesen unter der Überschrift „Altersvorsprung“: „Die mit dem Alter zunehmende Selbstsicherheit ist meist weniger Folge der eigenen Wertschätzung - man weiß einfach mehr über andere.“ Oder unter „Fehl und Tadel“: „Die schärfsten Kritiker befinden sich nicht selten in den Reihen derer, die sich erfolgreich vor der Aufgabe drücken konnten.“

In solchen kleinen Lebensweisheiten spiegelt sich die ganze Bodenständigkeit dieses so kreativen Künstlers. Ob er nun beim Arnsberger Kunstsommer mit Kindern ein Colosseum aus 3500 Steinen baut, eine 50 Kilo schwere Eisbären-Figur auf der Ruhr zu Wasser lässt oder irgendein anderes ausgefallenes Projekt realisiert: Friedrich Freiburg ist stets ein Mensch, der in sich zu ruhen scheint und dabei zugleich vor Ideen nur so sprüht. Dazu passt auch, dass in seinem großen Atelier in Finnentrop-Rönkhausen noch seine alte Modelleisenbahn friedlich vor sich hinstaubt. „Meine Frau will schon lange, dass ich mich endlich davon trenne. Aber wer weiß, vielleicht setze ich mich noch einmal dran und lasse die Züge wieder fahren“, möchte sich Friedrich Freiburg einfach nicht von der filigranen Schienen-Landschaft verabschieden.

Andreas Thiemann

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2014-11-09 10:30
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