Ticket für auspendelnde Schüler kostet 108000 Euro

Ein kostenloses Ticket für auspendelnde Schüler würde 108 000 Euro jährlich kosten. Das hat die Kreisverwaltung errechnet.
Ein kostenloses Ticket für auspendelnde Schüler würde 108 000 Euro jährlich kosten. Das hat die Kreisverwaltung errechnet.
Foto: Irmine Skelnik
Was wir bereits wissen
Schüler aus dem Kreis Olpe, die zum Schulbesuch die Kreisgrenzen passieren müssen, dürfen das kostenlose Schülerticket nicht in Anspruch nehmen. Die Verwaltung hat Alternativen untersucht - und gleich wieder verworfen.

Kreis Olpe..  Rund 108 000 Euro jährlich müsste der Kreis Olpe aufbringen, wenn er auch den 556 Schülern, die außerhalb des Kreises Olpe unterrichtet werden, eine Art kostenloses Schülerticket zur Verfügung stellen würde. Das gab die Verwaltung am Montag in der Sitzung des Kreisausschusses bekannt.

Auf Initiative der CDU, der SPD und der Grünen, die in der letzten Sitzung des Kreistages im März den Landrat damit beauftragt hatten, legte die Verwaltung im Kreisausschuss ein Informationspapier zu den „tariflichen Möglichkeiten und finanziellen Auswirkungen eines kostenfreien Freizeittickets im VWGS-Binnennetz für auspendelnde Schüler“ vor. Ergebnis der Recherche im Kreishaus: Die Ausweitung des kostenloses Schülertickets im Kreis Olpe sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Ersatzweise könne zwar ein „Funticket“ für auspendelnde Schüler ins Auge gefasst werden, doch das sei nicht nur zu teuer, sondern verletze auch den Gleichbehandlungsgrundsatz.

Präzedenzfall

Denn die profitierenden Schüler würden dann ungleich besser behandelt als beispielsweise 466 auspendelnde Auszubildende und über 5000 Nutzer des Sozialtickets. Das schaffe einen Präzedenzfall, der „mit unabsehbaren finanziellen Folgen für den Kreis Olpe“ verbunden sei. Außerdem, so die Verwaltung, würden Schulen außerhalb des Kreises so an Attraktivität gewinnen - mit „negativen Auswirkungen für die hiesigen Schulstandorte“.

Darüber hinaus sei es generell fraglich, ob die Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd (VGWS) „sich einen weiteren Rabatt abhandeln“ lasse. Kurzum: Von einem kostenlosen Ticket für Schüler, die außerhalb des Kreisgebietes - wie beispielsweise in Eckenhagen - zur Schule gehen, sollte nach Darstellung der Verwaltung „Abstand genommen werden“.

Aus der Schublade gekramt

Während Marion Schwarte (CDU) das Papier verteidigte und auf die von der Verwaltung angeführten rechtlichen Probleme verwies, kritisierte SPD-Fraktionschef Thomas Förderer die ablehnende Stellungnahme scharf. Anstatt ein wertfreie Analyse vorzulegen, habe die Verwaltung habe „alles aus der Schublade gekramt“, was gegen ein kostenloses Ticket für auspendelnde Schüler spreche. „Man will es einfach nicht“, so Förderer.

Fred Josef Hansen, Fraktionsvorsitzender der Grünen, wies darauf hin, dass die in dem Verwaltungspapier angeführte Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes bereits jetzt bestehe - durch die Benachteiligung eben jener Schüler, die im Kreis Olpe wohnen, aber Schulen außerhalb der Kreisgrenzen besuchen.