Theaterverein zündet Feuerwerk voller Gags

Die schrulligen Schwestern der Pensionswirtin sorgen für eine Extraportion Wahnwitz in dem turbulenten Chaos.
Die schrulligen Schwestern der Pensionswirtin sorgen für eine Extraportion Wahnwitz in dem turbulenten Chaos.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Pensionen gibt es ja bekanntlich einige in Oberhundem. Aber diese, die am Samstag in der Oberhundemer Schützenhalle auf Initiative des Theatervereins Oberhundem öffnete, ist der helle Wahnsinn und keine geeignete Unterkunft für Urlauber, die Erholung und Ruhe suchen.

Oberhundem..  Pensionen gibt es ja bekanntlich einige in Oberhundem. Aber diese, die am Samstag in der Oberhundemer Schützenhalle auf Initiative des Theatervereins Oberhundem öffnete, ist der helle Wahnsinn und keine geeignete Unterkunft für Urlauber, die Erholung und Ruhe suchen.

Denn in der Pension brannte ein Feuerwerk voller Gags ab, Klamauk bis an die Lach-Schmerzgrenze. Dazu tragen Indianer, Reizwäsche, betrunkene Mitarbeiter, eine schwerhörige Schwester und ein lebensuntüchtiger Vogelkundler bei.

„Pension Hollywood“

Die Vorlage lieferte der Schwank in drei Akten „Pension Hollywood“ von Erich Koch. Wie gewohnt starten die Akteure bereits im ersten Akt einen Angriff auf die Lachmuskeln. Nach der feuchtfröhlichen Geburtstagsparty der Pensionsbesitzerin Sofie Laubenpieper (Andrea ten Haaf) trifft sich die Familie zum Frühstück. Hubert Laubenpieper (Hubertus Assmann), der mal wieder ein Gläschen zuviel verköstigt hat, und die Schwestern Martha (Christel Schöttes) und Lotte (Jutta Schöttes).

Lotte treibt die Familie schon mit ihrem merkwürdigen Haustier, einem Stoff-Schaf und ihrer Schwerhörigkeit in den Wahnsinn. Die Damen des Hauses planen einen Kurzurlaub. Hubert Laubenpieper, der mit Arbeit aller Art auf Kriegsfuß steht, soll die Stellung halten und beschließt, die Abwesenheit der Damen anderweitig auszunutzen. Gemeinsam mit Max Bierfreund (Thomas Ludwig), den er als Aushilfe einstellt und der glaubt, im früheren Leben ein Indianer gewesen zu sein, begibt er sich auf die Spuren der Traditionen der Indianer.

Stammestänze im leicht bekleideten Outfit treiben den Besuchern die Lachtränen in die Augen. Von diesen wird das konzentrierte Publikum auch nicht verschont, als der Ornithologe Dr. Otto Honigmund (Herbert ten Haaf) in die Pension eincheckt. Auf der Suche nach unbekannten Vogelrassen kommt der seltsame Doktor schnell dahinter, dass Typen, die sich im Wald auf die Suche nach einem „String“ begeben, nicht unbedingt unbeschadet davon kommen.

Gangsterbesuch

Die Vertreterin für Damenunterwäsche Lydia Spitzgras (Maren Bernowitz) und Hubert Laubenpieper geben sich währenddessen in einem Nebenraum der Familienzusammenführung hin. An Brisanz gewinnt das Stück, als die Gangster Bruno Breit (Sebastian Schäfer) und Tina (Corinna Beckmann) vor der Polizei flüchten und ein Versteck suchen.

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Das Gaunerpärchen gibt sich als Filmteam aus Hollywood aus und animiert die Pensionsgäste und die Familie, eine Hauptrolle in ihrem neuen Film zu ergattern. Man sollte nicht glauben, welches tänzerische Potenzial in den Oberhundemern schlummert, die unbedingt eine Rolle an der Seite von Julia Iglesias ergattern wollen.

Die schrulligen Schwestern versuchen, dem vermeintlichen Filmteam zu imponieren, nach dem bereits ein Stammestänzer über die Bühne tobte. Selbst Bauchtanz scheint in den Oberhundemer Wohnzimmern auf dem Übungsplan zu stehen und das Publikum untermalte den Tanz durch Mitklatschen. Nur, einer, der sich unters Volk gemischt hat, traut dem Braten überhaupt nicht: Polizist Kurt Schnüffel (Wendelin Kebbe).

Auf der Suche nach den Bankräubern wittert er die Chance sie dingfest zu machen. Ob das Vorhaben tatsächlich gelingt, oder die Darsteller des Theatervereins Oberhundem endgültig auf dem Weg nach Hollywood sind, erfahren Theaterfreude bei den nächsten Vorstellungen