Telekom lässt ihren Kunden im Stich

Gastronom Bernhard Schwermer vermisst seit  dem 5. Juni seinen Festnetz-Telefonanschluss im RheinWeser-Turm
Gastronom Bernhard Schwermer vermisst seit dem 5. Juni seinen Festnetz-Telefonanschluss im RheinWeser-Turm
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Seit inzwischen 33 Tagen ist der Rhein-Weser-Turm samt Gastronomie vom Festnetz der Telekom abgeschnitten. Der eigentlich grundsätzlich friedliche Inhaber Bernhard Schwermer wird langsam wütend.

Rhein-Weser-Turm..  Eines vorweg: Höflich sind sie, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telekom. Ausgesprochen freundlich. Eben Schulung fürs Call-Center. Von Görlitz bis Mannheim. Und bis in die Zentrale in Bonn.

Warum also regt sich Bernhard schwermer, Hotelier und Betreiber des Rhein-Weser-Turms, derzeit höllisch auf, platzt ihm langsam der berühmte Kragen?

Blitzeinschlag

Was bringt den 51-jährigen Gastronomen so in Harnisch, macht ihn regelrecht wütend? Beim Gewitter am 5. Juni, also am Tag nach Fronleichnam, hatte ein Blitz mal wieder das Telefonkabel bzw. einen Schaltkasten erwischt. „Das passiert 4-5-mal im Jahr“, zeigt sich Schwermer krisenfest. Normalerweise werde der Schaden dann innerhalb weniher Tage von der Telekom behoben. Doch diesmal werde er von dem Kommunikationsunternehmen regelrecht veräppelt und ignoriert. Trotz 40-45 Beschwerdeanrufen. Meist ende das Gespräch irgendwann in Warteschleifen und elektronischen Ansagen. Wenn er irgendwann mal eine Servicekraft erreiche, wisse die von Rostock bis Partenkirchen natürlich nicht, worum es geht. Bestätige zwar seine ellenlange Beschwerdeliste, zeige Verständnis und verspreche, die Techniker des Unternehmens umgehend einzuschalten.

Das geschah erstmals einige Tage nach dem Blitzeinschlag. Man sah einen Techniker mit seinem Gefährt rund um den Aussichtsturm fahren und anschließend wieder abdrehen. Die freundliche Call-Frau konnte aufklären: Da sei die Hausnummer des Turms - dort gibt’s lediglich zwei Nebengebäude - wohl falsch notiert worden. Rhein-Weser.Turm 0“ habe der Technikerr nicht gefunden. Sicherlich ein schwieriges Unterfangen. Denn zumindest bei den Hausnummern gibt es keine Nullen in Deutschland.

Behauptungen

Und auch die Behauptung des Technikers, er habe vor Ort niemanden angetroffen, ließ sich angesichts von fast 50 Gästen im Biergarten des Aussichtsturms schnell widerlegen.

Angeboten wurde aber eine Rufumleitung aufs Handy. Die erfolgte aber erst 5 Tage später. „Die Kollegen haben so kurz vor dem Wochenende keinen Bock, das ist ja mit ein wenig Arbeit verbunden“, klärte eine liebe Servicekraft auf. Per Handy war der Turm also wieder zu erreichen, was sich aber ein wenig störend bei einem Kurzurlaub in Österreich auswirkte. Rund 40 Anrufe täglich für Reservierungen und Vorbestellungen machten die ansonsten stressfreien Tage viel lebendiger.

Stellungnahme

Gestern nahm die Telekom-Zentrale in Bonn Stellung zu dem Chaos: „Zu Ihrer Anfrage zu unserem Kunden Herrn Schwermer kann ich Ihnen folgenden Zwischenstand geben: Unsere Servicekollegen haben mit Herrn Schwermer telefoniert und es wurde sichergestellt, dass sich ein Mitarbeiter die Lage vor Ort anschaut. Dabei kann dann hoffentlich der Fehler genau zugeordnet und schnellst möglich behoben werden. Wir bedauern, dass es hier zu Unannehmlichkeiten kommt und melden uns, sobald wir weitere Informationen haben.“ Hoffentlich findet der Techniker diesmal den 24 Meter hohen Rhein-Weser-Turm. Gespannt ist man, was für die Telekom schnellstmöglich bedeutet.