Teil eines europäischen Projekts

Attendorn..  Der Leistungskurs Geschichte der Q 1 des Rivius Gymnasiums der Stadt Attendorn ist an einem europäischen Projekt zum Thema „Kolonisation und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitik in europäischer Perspektive“(CoDec) beteiligt.

Das CoDec-Projekt wird im Rahmen des Long-Life-Learning-Programms von der EU gefördert und mit Partnern aus sieben Ländern gemeinsam durchgeführt. Unter anderem sind Universitäten aus Deutschland, Belgien, Estland und Polen und der Schweiz dabei. In Zusammenarbeit mit der Universität Siegen erprobt der Leistungskurs im Rahmen des Projekts entwickelte Module zum Thema „(Post)Colonialism – (Post)Imperialism: Inner-European Hegemonies and Entanglements“. Dabei geht es um innereuropäische imperiale Strukturen am Beispiel der Länder Deutschland und Polen.

Eine europäische Identität entwickeln

Begriffe wie „europäische Identität“ und „das Zusammenwachsen europäischer Länder“ kennen alle. Aber wie soll sich eine europäische Identität entwickeln? Identität hat immer etwas mit Erinnerung und somit mit Geschichte zu tun. Allein durch eine nationale Erinnerungskultur wird keine europäische Identität geschaffen.

Genau hier setzt das CoDec-Projekt an. Es untersucht in vergleichender Perspektive koloniale Vergangenheiten und Dekolonisierungsprozesse in verschiedenen europäischen Staaten. Durch diesen Vergleich sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie in den beteiligten Ländern das Thema (De)Kolonisation im Geschichtsunterricht vermittelt wird und welche Bedeutung dieses Thema in den nationalen Erinnerungskulturen einnimmt.

Die Schüler des Rivius Gymnasiums werden Unterrichtsmodule aus deutscher und polnischer Perspektive ausprobieren, womit ihnen ein europäischer Blick auf diesen oben genannten Aspekt der Geschichte eröffnet wird. So können sie ein Gespür dafür entwickeln, dass eine „europäische Identität“ – wenn überhaupt – nur vor dem Hintergrund des Kennens und Verstehens nationaler Geschichten und Erinnerungskulturen entwickelt werden kann.

Rückmeldung an Universität Siegen

Am Ende der Erprobungsphase evaluieren die Rivianer die Module, um dem Team der Universität Siegen eine Rückmeldung zu geben, damit diese nachhaltige Unterrichtsmodule für einen europäisch perspektivierten Geschichtsunterricht innerhalb Europas entwickeln können. Zugleich wird den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass Geschichte immer eine bestimmte Form der Erzählung bedeutet und man sich immer kritisch mit ihr auseinandersetzen muss.