Südsauerlandmuseum in der Hand der Piraten

Attendorn..  Bei bestem Wetter wurde die Sommerausstellung „Piraten des Nordens“ vor den historischen Mauern des Südsauerlandmuseums durch Bürgermeister Christian Pospischil am Sonntagnachmittag eröffnet.

Besuch in den Ferien

Der erste Mann der Hansestadt wies in seinem Grußwort darauf hin, dass auch Attendorner Kaufleuchte im Kampf gegen Piraten aktiv waren. „Die Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in die Piraten des Nordens“, sagte der Bürgermeister und fand, das diese ein Anziehungspunkt für die ganze Familie sei und gerade in der Ferienzeit einen Besuch wert ist. Museumsleiterin Monika Löcken ging auch auf das sensible Thema Produktpiraterie ein und bedankte sich in dem Zusammenhang beim Museum Plagiarius aus Solingen, welches die verschiedensten Plagiate und Ursprungsteile zur Verfügung gestellt hat. So sind im Obergeschoss des Museums zahlreiche Beispiele zu sehen, wobei deutsche Hersteller das Nachsehen hatten. So zum Beispiel der Fenstersauger der Firma Alfred Kärcher und daneben die Abkupferung aus China oder der Sanitärhersteller Hans Grohe mit einem Original und dem Plagiat aus China, bzw. Dornbracht mit der eigenen Zulaufarmatur und der Kopie aus Taiwan.

Im Erdgeschoss läuft in einem großen Schiff ein Piratenfilm für Kinder. Auf einer Schautafel kann der Interessierte auch Infos über die hansischen Kaufleute aus Attendorn erfahren.

Nikolai-Konfraternität

Als Mitglieder in der Nikolai-Konfraternität, die auch heute noch existiert, handelten sie mit Wolle und Tuchen, die sie von England über Damme und Brügge nach Köln einführten und von dort in Mitteleuropa verkauften. Vermutlich wurde aber auch mit Stahl, Holzkohle, Färberwaid, Holzasche und mit Bitumen gehandelt. Eine Familie, die diesen Handel besonders erfolgreich betrieb, war die Familie Weke aus Schönholthausen. Aus Dankbarkeit für die oftmalige Errettung aus vielen Gefahren stiftete Heinrich Weke 1420 mit Zustimmung seiner Ehefrau und seines Bruders einen Teil seines Vermögens zur Gründung des Klosters Ewig .

Die Schatzinsel

Vor den offiziellen Worten gab es noch Szenen aus der Schatzinsel zu sehen, gespielt von Schauspielern der Freilichtbühne Freudenberg. Das deutsch-schwedische Ensemble Poeta Magica sorgte für den musikalischen Rahmen. Die Ausstellung kann bis zum 20. September besucht werden.