Streit um Bäume im Himmlischen Seifen

Der "Himmlische Seifen" in Olpe. Die gestutzten Lindenbäume sorgen für eine Kontroverse zwischen Hausbesitzer und Stadtverwaltung.
Der "Himmlische Seifen" in Olpe. Die gestutzten Lindenbäume sorgen für eine Kontroverse zwischen Hausbesitzer und Stadtverwaltung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Politiker im Olper Bauausschuss wollten eine lang schwelende Kontroverse befrieden.

Olpe..  Den Politikern im Olper Bauausschuss war deutlich anzumerken, den „Ball flach halten“ zu wollen. Denn eigentlich handelt es sich nur um zwei Lindenbäume im „Himmlischen Seifen“. Doch Tiefbauamtsleiter Josef Zeppenfeld wandte ein, es gehe ums Prinzip und warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen.

Es geht um zwei Lindenbäume

Die Vorgeschichte: Vor einem Mietshaus im „Himmlischen Seifen“ standen (und stehen noch) zwei Linden, die sich so hoch emporgereckt hatten, dass ihre Äste der Photovoltaikanlage des Mietshauses Licht nahmen. Den Antrag des Hausbesitzers, die Bäume entfernen zu dürfen, lehnte die Stadt seinerzeit ab, und der Hausbesitzer ließ die Bäume selbst zurecht stutzen. Die Verwaltung spricht von einer nicht wieder gut zu machenden „Verstümmelung“, wollte die Bäume jetzt fällen, die Wurzeln rausfräsen und an die gleichen Stellen neue pflanzen. Man könne es nicht akzeptieren, dass jedermann Hand an städtische Bäume lege.

Jetzt reichte die aktuelle Hausbesitzerin erneut einen Antrag ein: Zumindest ein Baumstandort versperre den ungehinderten Zugang zu einem von ihr errichteten Parkplatz. Statt der vorhandenen drei Stellplätze seien nur zwei nutzbar. Einer der beiden Bäume solle für immer verschwinden. Die übrigen Bäume im Himmlischen Seifen habe die Stadt auch entfernt, nur die beiden vor ihrem Hause nicht.

Reichlich Dampf im Kessel

Für einige Politiker im Bauausschuss zeigte sich eine mittlerweile verfahrene, unversöhnliche Situation, die man versuchen sollte, friedlich zu klären. Es handle sich um eine Geschichte, die seit einem Jahr hochkoche und emotional aufgeheizt sei.

UCW-Sprecher Udo Baubkus und sein SPD-Ratskollege Volker Reichel (SPD) waren einer Meinung und rieten zur Deeskalation. Baubkus: „Wir haben mit der Antragstellerin gesprochen. Es ist da reichlich Dampf im Kessel.“ Sie habe signalisiert, Kosten zu übernehmen. Man solle sie einen der beiden Bäume entfernen lassen, mit der Verpflichtung, wenige Meter weiter einen neuen zu pflanzen, der dann die Einfahrt zum Parkplatz nicht störe. Die Kosten müsse sie übernehmen. Dem folgte der Ausschuss dann auch.

Tiefbauamtsleiter Josef Zeppenfeld wies daraufhin, man solle nicht „Tür und Tor öffnen“, dass sich jedermann an städtischen Bäumen vergreifen dürfe. Gegenüber unserer Zeitung sagte er gestern: „Die Stadt legt Wert darauf, dass von privater Hand nicht an städtischen Bäumen geschnitten werden darf.“