„Sterben in Würde“ Thema beim Kamingespräch

Dagmar Langenohl, Arndt G. Kirchhoff (MItte) und Uwe Beul diskutierten beim ersten Kamingespräch mit den Zuhörern über das Thema „Sterben in Würde.“
Dagmar Langenohl, Arndt G. Kirchhoff (MItte) und Uwe Beul diskutierten beim ersten Kamingespräch mit den Zuhörern über das Thema „Sterben in Würde.“
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Arndt G. Kirchhoff, Unternehmer und Camino-Botschafter, hat klare Vorstellungen zum Thema Sterbebegleitung.

Attendorn..  . Rund 50 Zuhörer konnte Uwe Beul, Leiter des Attendorns Caritas-Zentrums, zum ersten Kamingespräch in der Sebastianstube des Seniorenhaus St. Liborius begrüßen. Als Gast des Abends komplettierte neben Dagmar Langenohl vom Sozialen Dienst der Camino-Botschafter Arndt G. Kirchhoff die Runde.

Bei dem Gespräch, an dem sich später auch lebhaft die Zuhörer beteiligten, drehte sich alles um das Thema „Sterben in Würde“. Viele Menschen fürchten sich davor, einsam und nicht mehr über sich selbst bestimmend zu sterben. Sie haben Angst vor Schmerzen oder davor, anderen zur Last zu fallen. Dabei möchte jeder nur in Würde sterben können.Ein schwieriges, aber auch wichtiges Thema, das jeden betrifft

Sterbende begleiten

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Uwe Beul ging in seiner Eröffnung des Abends zunächst auf die Themen aktive und passive Sterbehilfe sowie Sterbebegleitung ein. Er erklärte die Begrifflichkeiten und die Rechtslage in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern. „Man darf den Sterbenden begleiten, aber niemals den Tod einleiten“, so die klare Meinung von Arndt G. Kirchhoff. „Ich würde eine Rechtsprechung wie in den Niederlanden oder der Schweiz bei uns nicht begrüßen.“

Sterben in Würde zu ermöglichen bedeute, dass der Sterbende an der Hand eines Menschen stirbt und nicht durch sie. Gerade in seinem letzten Lebensabschnitt brauche der Mensch Zuwendung, Schutz und Trost. Eine Alternative, so Kirchhoff weiter, sei die palliative Pflege, die Camino leistet. Im Optimalfall zuhause im Kreise der Familie, aber auch in Einrichtungen.

Natürlich sei die letzte Lebensphase ein Thema in seinem Unternehmen, wenn auch kein vorrangiges: „Aber auch wir in den Betrieben müssen unseren Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, die Zeit zu haben, einen Familienangehörigen in der letzten Lebensphase zu begleiten.“ Er selber könne sich Arbeitszeitkonten vorstellen.

Seelsorge wichtiges Thema

Diese Frage richtete sich aus dem Publikum auch an Uwe Beul: „Wie geht der Caritasverband als Arbeitgeber mit dieser Problematik um?“ Eine Mitarbeiterin berichtete von einer sechswöchigen Freistellung, als diese Situation in ihrem häuslichen Umfeld eintraf. „Ich konnte zuhause bei meinem Angehörigen bleiben.“ Ein wichtiger Diskussionspunkt war die Seelsorge in diesem Lebensabschnitt. „Zeit und Gespräche sind wichtig“, betonten die Geistlichen im Publikum.

Tod als Tabuthema durchbrechen

Dagmar Langenohl gab schließlich Einblicke in die Arbeit von Camino, dem Caritas Hospizdienst, der nicht nur für den Sterbenden, sondern auch für seine Familie eine wichtige Hilfe ist. „Wir geben dem Leben nicht mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben“, erklärte Langenohl. Probleme sind in der Palliativ-Versorgung immer die Finanzierung und die Personaldecke. „Es ist nicht planbar, wie lange jemand von Camino bei einer Begleitung im Einsatz ist.“

Möglich wird das durch viele engagierte haupt- und ehrenamtliche Kräfte. „Wir müssen den Tod als Tabuthema in der Familie und der Gesellschaft durchbrechen“, so das Fazit des Abends, damit ein Sterben in Würde möglich ist.