Steinbruchbetrieb kann hoffen

Drolshagen..  Für den Steinbruchbetrieb Schulte zeichnet sich eine Lösung ab und kleine Siedlungen könnten genau so viel Schutzraum erhalten wie zusammenhängende Siedlungenflächen. Das ist das Ergebnis der Workshop-Ratssitzung zur Bestimmung von so genannten Potenzialflächen für die Windenergie.

Beschlüsse wurden am Dienstagabend nicht gefasst, weil die Auswirkungen der von den Drolshagener Politikern vorgeschlagenen Erweiterung verschiedener Abstandszonen zunächst einmal am Rechner simuliert werden müssen.

Um bei der Prüfung durch die Aufsichtsbehörden und auch vor Gericht keinen Schiffbruch zu erleiden, waren die Stadtverordneten zu einer ganz speziellen Sitzung zusammengekommen. Bei der Festlegung von Windkraft-Tabuzonen wollten Politik und Verwaltung sich keinen Schnitzer erlauben, der später schwerwiegende Folgen haben könnte.

Dabei kam es direkt zu Beginn der Beratung zu einer unvorhergesehenen Kursabweichung. Dem Stadtplaner Michael Ahn vom Coesfelder Büro WoltersPartner, der eigentlich die Expertenrolle übernehmen sollte, war ein Baum aufs Auto gestürzt. Und da auch die Bahnstrecke gesperrt war, blieb sein Platz im Musiksaal des Alten Klosters leer. Für ihn sorgte - nach speziellem Briefing durch den Planer - Bürgermeister Theo Hilchenbach für die Fachbeiträge.

Verwaltung will nachrechnen

Die Drolshagener Bürgervertreter hätten die auf dem Beratungstisch liegenden Vorschläge des Planungsbüros beschließen können, doch nicht zuletzt der eindringliche Hinweis von Ludwig Möthe (CDU) auf die möglicherweise existenziell nachteiligen Beeinträchtigungen für den Steinbruchbetrieb Schulte zwang zum Umdenken: Das künftige Grauwacke-Abbaugebiet des Betriebes kollidiert mit der geplanten Windkraftvorrangzone nördlich von Scheda (wir berichteten). Möthes Forderung: die Pufferzone so großzügig bemessen, dass die Arbeitsplätze auf Dauer gesichert sind.

Derweil schlug Annina Struve (UDW) vor, den Abstand von zusammenhängenden Siedlungsflächen zu Windkraftanlagen von derzeit insgesamt 800 Meter (300 Meter Pflichtabstand plus 500 Meter politisch gewollter Puffer) auf insgesamt 1000 Meter zu erhöhen. Dadurch würden die beiden Vorrangflächen bei Scheda entfallen. „Sonst aber“, so Struve, „ändert sich nichts“. Theo Hilchenbach: „Das müssen wir nachrechnen.“ Für die SPD regte Thomas Gosmann an, mit insgesamt 800 statt 600 Metern für kleine Siedlungen dieselbe Pufferzone festzulegen wie für zusammenhängende Siedlungsflächen.