Steinbruch-Erweiterung verzögert sich

Die Brennöfen von Rheinkalk in Grevenbrück sollen vorübergehend steiigelegt werden
Die Brennöfen von Rheinkalk in Grevenbrück sollen vorübergehend steiigelegt werden
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Neue EU-Richtlinien in Sachen Artenschutz sorgen für eine Verzögerung der geplanten Steinbruch-Erweiterung in Grevenbrück. Folge: Die beiden Brennöfen werden abgeschaltet.

Grevenbrück..  Glaubt man einem alten Volkslied, so bringt die Lerche bei der Vogelhochzeit die Braut zur Kerche. Tut sich dieser Singvogel aber mit einem Kiebitz zusammen und kann dabei auch noch auf die Unterstützung der EU und ihren Artenschutz-Richtlinien bauen, so kann das schon mal zu Problemen führen.

Und genau diese hat derzeit das Unternehmen Rheinkalk, hier vor Ort immer noch als Grevenbrücker Kalkwerke bekannt. „Im Jahre 2015 werden im Werk Rheinbkalk Grevenbrück GmbH, die zur Lhoist Western Euro gehört, die beiden Öfen für die Branntkalkherstellung vorüber stillgelegt“, teilte das Unternehmen mit. Der Betrieb des Steinbruchs und der Aufbereitungsanlagen für ungebrannte Produkte laufe aber weiter.

Abmildern

Dr. Burkhard Naffin, Mitglied der Geschäftsleitung: „Wir bedauern, dass wir gezwungen sind, diesen Schritt zu gehen. Mit Hilfe verschiedener Maßnahmen werden wir gemeinsam mit dem örtlichen Betriebsrat alles tun, um die Belastungen für unsere Mitarbeiter und ihre Familien abzumildern.“ Denn das Wohl eines jeden Einzelnen liege der Geschäftsleitung sehr am Herzen. Nach Informationen unserer Zeitung verrichten je vier Mitarbeiter ihre Arbeit an den Brennöfen, die 365 Tage im Jahr jeweils „rund um die Uhr“, also 24 Stunden pro Tag, in Betrieb sind,

Nach Informationen des Unternehmens sieht man sich zur vorübergehenden Stilllegung der Öfen gezwungen, weil es an Nachschub fehlt. Dr. Naffin: „Unsere Vorräte an brennfähigen Steinen reicht noch maximal für zwei Jahre.“ Das Material aus dem Steinbruch, so erfuhr unsere Zeitung, wolle man langsamer abbauen, um die Gesamtproduktion nicht zu gefährden.

Erweiterung geplant

Hat Rheinkalk es in den letzten Jahren etwa versäumt, sich rechtzeitig um eine Erweiterung des Abbaubereiches zu kümmern, bevor dort das Vorkommen von Lerche und Kiebitz nachgewiesen wurden? Dr. Naffin: „Das Genehmigungsverfahren zur Erweiterung des Steinbruchs ist schon lange in Vorbereitung und soll noch im Laufe dieses Jahres eingeleitet werden.“ Es habe aber Veränderungen bei den EU-Richtlinien in Sachen Artenschutzes gegeben. War früher ein finanzieller Ausgleich möglich, so fordert die EU inzwischen umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen, die unter anderem auch mit der umliegenden Landwirtschaft agestimmt werden muss. Dr. Naffin: „Durch die neue Lage gestalten sich die Vorbereitungen auf das Genehmigungsverfahren wesentlich aufwendiger als erwartet und verzögert sich dadurch,“ Folge: Stilllegung der Brennöfen, weil Material fehlt.