Stadt widerspricht Denkmalamt

Frankfurter Straße 20 in Olpe: Die Volksbank würde gerne abreißen und neu bauen, das Denkmalamt hat ‘was dagegen. Im September war man noch optimistisch: (von links) Lambert Stoll, Architekt Ehrengruber und Dietmar Bock.
Frankfurter Straße 20 in Olpe: Die Volksbank würde gerne abreißen und neu bauen, das Denkmalamt hat ‘was dagegen. Im September war man noch optimistisch: (von links) Lambert Stoll, Architekt Ehrengruber und Dietmar Bock.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Bauausschuss soll der Stadt folgen und das Haus Frankfurter Staße 20 nicht in die Denkmalliste eintragen lassen.

Olpe..  Denkmal oder nicht – das ist hier die Frage: Und die könnte sich vermutlich bis ins Düsseldorfer Ministerium hochschaukeln. Die Rede ist vom Wohn- und Geschäftshaus „Frankfurter Straße“ 20 in Olpe, über das der Bauausschuss am Donnerstag, 18. Juni, beraten wird. Der Besitzer, die Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen, will besagte Immobilie abreißen und neu bauen - für eigene Zwecke (wir berichteten mehrfach). Doch das Landesdenkmalamt nahm das Gebäude von außen und innen genau unter die Lupe und machte den Bankern einen Strich durch die Rechnung. Das Haus, so die oberste Denkmalbehörde, sei ein Baudenkmal, müsse von der Stadt in seine Denkmalliste eingetragen werden.

Plan liegt auf Eis

Seither ruht der Plan der Volksbank. Das Gebäude ist zwar leergeräumt, aber der Abrissbagger musste bleiben, wo er ist.

Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit: Vom Bauausschuss will die Verwaltung am 18. Juni die Bestätigung, dass das frühere Haus der Putzmacherin Maria Müller kein Denkmal sei, womit sich die Untere Denkmalbehörde im Olper Rathaus weitgehend im Einklang mit den Anwälten der Volksbank befindet. Unter anderem schreibt die Stadt: „Der Denkmalwert... ist nicht gegeben.“ Der Eingang sei nicht mehr im ursprünglichen Zustand, die Schaufenster sei auch viel später nach dem Bau entstanden. In ähnlich gelagerten Fällen (Kölner Str. 8/Westf. Straße 2) sei auch davon abgesehen worden, die Häuser in die Denkmalliste einzutragen, da viele Dinge verändert worden seien, vor allem im Innern. Die städtebauliche Bedeutung sei nicht hinreichend belegt.

Abrissfrage bleibt mysteriös

Fazit der städtischen Behörde: Der Status quo, also die Einstufung des Hauses als „erhaltenswerte Bausubstanz“ reiche aus, „das Gebäude in seinem heutigen Erscheinungsbild zu erhalten.“ Weiter heißt es u. a.: „Die Eintragung als Baudenkmal in die Denkmalliste mag aus Sicht der Fachbehörde wünschenswert sein. Jedoch scheinen die denkmalschutzrechtlichen Voraussetzungen dafür nicht vorzuliegen.“ Auch im Beschlussvorschlag ist ganz konkret davon die Rede, dass die Außenhülle als erhaltenswert anzusehen sei.

Volksbank-Vorstand Dietmar Bock bestätigte gestern allerdings auf Anfrage, man halte an dem ursprünglichen Plan fest, das Gebäude abzureißen und an gleicher Stelle neu zu bauen. Bock: „Das ist immer noch unser Wille.“

Und Baudezernent Bernd Knaebel versicherte gestern auf Anfrage wenig eindeutig, es gehe jetzt erst einmal nur um die Unterschutz-Stellung des Gebäudes, nicht um die Frage eines Abrisses. Damit beschäftige man sich in einem späteren Verfahrensschritt. Knaebel: „Auch dann muss das Denkmalamt in Münster wieder beteiligt werden.“

Minister hat das letzte Wort

Als mögliche Folgen eines Beschlusses gegen das Landesdenkmalamt macht die Stadtverwaltung darauf aufmerksam, dass dann wohl das Ministerium in Düsseldorf das letzte Wort habe.