Sprachbarrieren sind das größte Problem

Lennestadt..  Eins steht fest: viele Lennestädter Bürgerinnen und Bürger lassen die Stadt bei der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen nicht allein und sind sehr engagiert, um den Menschen beim Start in ihr neues Leben so gut wie möglich zu helfen. Das wurde in einer Bürgerversammlung am Donnerstag Abend im Ratssaal sehr deutlich. Bürgermeister Stefan Hundt stellte den 50 Besuchern das dezentrale Betreuungskonzept vor (wir berichteten mehrmals) und nutzte die Gelegenheit, um den vielen Mitbürgern zu danken, die sich spontan bereit erklärten, den neuen Mitbürgern zu helfen, ebenso allen Ehrenamtlichen der Initiative EiL (Ehrenamt in Lennestadt), in den sozialen Einrichtungen, Vereinen und so weiter. „Es ist sehr erfreulich, dass in der Bevölkerung der Wille da ist, mitzuziehen.“

Die Stadt wird weitere Helfer brauchen, bis in diesem Jahr rechnet das Sozialamt mit insgesamt 200 bis 250 Zuweisungen. Zum Vergleich: 2011 kamen 21, 2012 kamen 29, 2013 schon 48 und im letzten Jahr 100 Zuweisungen, insgesamt 28 Nationalitäten, in diesem Jahr die meisten aus Syrien (31), dem Kosovo (25) und Serbien (23).

Nur drei Tage Vorlauf

Thomas Meier (Sozialamt) erläuterte das allgemeine Prozedere der Zuweisung durch die Bezirksregierung in Arnsberg. „Wir bekommen drei Tage vorher Bescheid, wer kommt, welches Alter, welches Geschlecht und welcher Nationalität.“ Dann gehe es darum, Wohnung, Hausrat, Möbel zu besorgen, Kindergartenbesuch oder Einschulung zu planen, Unterstützungsangebote und Sprachkurse zu vermitteln, etc.

Die Verständigungsprobleme sehen die Ehrenamtlichen als wesentliches Problem. Marlies Heer: „Wichtig wäre, Alphabetisierungskurse anzubieten, viele können nur arabische Schriftzeichen.“ Und die meisten Formulare seien in deutsch verfasst. Fest steht: Ohne ehrenamtliche Helfer in den Dörfern sind die Flüchtlinge völlig hilflos und überfordert. „Helfen Sie mit, dass noch mehr Leute mitziehen“, deshalb der Appell des Bürgermeisters.