Sparkassen trotzen Mini-Zinsen

Pressekonferenz der Sparkassen im Kreis Olpe: (von links) Dieter Kohlmeier (Olpe), Joachim Schallmeyer (DEKA Bank), Hans-Jörg Reichmann (Attendorn) und Frank Nennstiel (Finnentrop).
Pressekonferenz der Sparkassen im Kreis Olpe: (von links) Dieter Kohlmeier (Olpe), Joachim Schallmeyer (DEKA Bank), Hans-Jörg Reichmann (Attendorn) und Frank Nennstiel (Finnentrop).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Pressekonferenz bei den Sparkassen des Kreises Olpe.

Kreis Olpe..  Die Zinsen sind zwar im Keller, die Sparkassen-Chefs im Kreis Olpe, Dieter Kohlmeier, Hans-Jörg Reichmann und Frank Nennstiel, haben aber keinen Grund, sich ebenfalls dort hinzubegeben. Ganz im Gegenteil, das Fazit der gemeinsamen Pressekonferenz der Sparkassen Olpe-Drolshagen-Wenden (ODW), Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem (A-L-K) sowie Finnentrop, wurde mit ausnahmslos gut gelaunten Mienen präsentiert: Man wächst und gedeit, nicht kometenhaft, sondern solide und immer orientiert an der realwirtschaftlichen Situation.

Sponsoring nicht gefährdet

„Unsere Entwicklung im Kreis ist gut, wir lassen uns keine Angst machen und blicken vorsichtig optimistisch nach vorn“, bilanzierte Dieter Kohlmeier (ODW). Und Frank Nennstiel erinnerte: „Es gab schon ganz andere Herausforderungen, die die Sparkassen überstanden haben“, während Heinz-Jörg Reichmann den Blick auf positiven Aussichten der regionalen Unternehmen lenkte.

Da wunderte es nicht, dass Kohlmeier versprach: „Die Vereine brauchen nicht zu befürchten, dass wir unser Sponsoring zurückfahren.“

Klar sei aber, dass man sich - auch im ODW-Geschäftsgebiet - Gedanken über strukturelle Anpassungen machen müsse - somit um Kleinst-Filialstandorte wie beispielsweise in Hillmicke, Ottfingen oder Schreibershof.

Durchweg gute Zahlen

Was die zahlenuntermauerte Halbzeit- bzw. Fünf-Monatsbilanz 2015 anging, hatten die Bank-Chefs durchweg Gutes im Gepäck: Die Bilanzsumme sei im ersten Halbjahr 2015 um 2,8 Prozent auf rund 2,4 Mrd. Euro gestiegen, das gesamte Kundengeschäftsvolumen (Einlagen, Wertpapiere, Kreditgeschäft) auf rund 3,55 Mrd. Euro (plus 3,1 Prozent). Frank Nennstiel lobte: „Ein solider Wert, der sich an der Realwirtschaft orientiert.“ Das zeige, dass „ehrbare, solide Kaufleute“ wirtschafteten, ohne Exzesse nach oben oder unten.

Kein Wunder, dass Kunden auch bei den Krediten ihrer Sparkasse vertrauten: Das Kreditvolumen sei um weitere 2,3 Prozent auf 1,34 Mrd Euro gestiegen.

Und trotz der momentanen Mini-Zinsen und dadurch fehlenden risikoarmen Renditen seien die Kundeneinlagen in den ersten fünf Monaten des Jahres um über 5 Prozent gewachsen - auf rund 1,7 Mrd. Euro. Auch das, so die Banker, seien „solide Wachstumsraten.“

Aktien im Trend

Weitere Zahlen im Überblick aus den ersten fünf Monaten 2015: Kreditzusagen an Unternehmen: 57,7 Mio. Euro, Förderung von sechs Jung-Unternehmern in die Selbstständigkeit (330 000 Euro), über 64 Mio. Euro Kreditzusagen an Privatkunden, der überwiegende Teil floss in den Traum vom Eigenheim, mehr als 9 Mio. Euro in den privaten Konsum (z. B. Autokredit).

Kräftig gestiegen sei auch die Bereitschaft der Kunden, in Aktien zu investieren, wegen zinsbedingter fehlender Alternativen. Und das werde vermutlich auch erst einmal so bleiben, wie auch der Referent des Tages, Joachim Schallmeyer (Deka-Bank) vortrug. Sein Thema: „Anlagestrategie im Zinstief“

Dax-Marken bis zu 16 000 Punkten

Schallmeier, Aktien-Experte der Frankfurter Deka-Bank führte aus, dass selbst die derzeitigen Höchststände des DAX über 11 000 und zeitweise 12 000 durch die Gewinne der Unternehmen weitgehend untermauert seien. Dax-Marken von 15 000 oder 16 000 seien durchaus denkbar. Eine Immobilienblase sehe er nicht. Für die USA-Aktienmärkte zeigte sich Schallmeyer vorsichtiger. Dort seien die Kurse schon etwas vorausgeeilt.