Sorgen der Anwohner berücksichtigen

Unterbringung von Flüchtlingen. Mit großem Interesse – aber auch mit Besorgnis – habe ich in den letzten Wochen die öffentliche Diskussion über die Einrichtung einer „Zentralen Unterbringungseinheit“ im ehemaligen „Kolping-Ferienheim“ in Olpe verfolgt und bin der Ansicht, dass die Interessen der unmittelbaren Anwohner bislang noch nicht hinreichend berücksichtigt worden sind.


Vor einigen Jahren wurden in Olpe gezielt junge Familien angesprochen, von der Stadt Bauland am Finkenhagen zu erwerben, um an einem Projekt „familienfreundliches Bauen“ teilzunehmen; erleichtert wurde ihnen diese Entscheidung durch die Gewährung von teilweise erheblichen Preisnachlässen je nach Anzahl der bereits vorhandenen Kinder.

Heute hat die Stadt Olpe das anscheinend völlig vergessen und ist bereit, diese Familien direkt neben einer Massendurchgangseinrichtung wohnen zu lassen, in der jährlich etliche tausend Menschen möglichst zügig „durchgeschleust“ werden sollen.


Dieser Gedanke macht mir als Anwohnerin Angst: Ich möchte nicht wie eingesperrt hinter einem hohen Zaun (Auskunft der Stadtverwaltung auf der Bürgerversammlung) wohnen. Ich möchte nicht neben einer Einrichtung wohnen, deren Bewohner niemals Nachbarn in einem eigentlichen Sinne werden können, weil ein gegenseitiges Kennenlernen von Vorneherein ausgeschlossen ist.


Und was geschieht, wenn einer von uns Anwohnern gezwungen sein sollte, sein Haus aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen verkaufen zu müssen? Das könnte sich dann aber als unverkäuflich erweisen, weil niemand freiwillig in der Nähe einer solchen Massendurchgangseinrichtung wohnen möchte …


Auch die Sorgen der Anwohner sollten in der bestehenden Diskussion angemessen berücksichtigt werden und deshalb mein Appell an die Ratsmitglieder aller Fraktionen: Sprechen Sie sich in der Sitzung am 11. Februar gegen den Erwerb des „Regenbogenlandes“ zur Einrichtung einer ZUE aus und lassen Sie uns gemeinsam – und in Ruhe – nach sinnvollen Alternativen suchen.