Sonne über Kattfilleria
16.02.2010 | 17:28 Uhr 2010-02-16T17:28:00+0100
Attendorn. Blau war die Sessions-Farbe in Kattfilleria. Nicht nur das Prinzenkostüm von Nelli I. ist blau, auch der Himmel über dem Karnevalszug war blau. Seit Wochen Eis, Schnee, Kälte, aber am Veilchendienstag riss pünktlich zum Start um 11.11 Uhr der Himmel auf.
Sonne über Kattfilleria. Das gute Wetter honorierten auch die Besucher. Offensichtlich hatten viele abgewartet und sich erst spät zum Besuch in Attendorn entschieden, denn im Vergleich zu den Vorjahren füllte sich die Stadt nur langsam. Gegen 11 Uhr war aber kaum noch ein Unterschied zu den Zügen im Vorjahr zu bemerken, so dass sich knapp 20.000 Besucher zwischen dem Niedersten- und Kölner Tor gedrängt haben dürften. Und die blieben friedlich: Lediglich ein chaotisch geparkter Pkw beschäftigte die Polizei.
Sorgen um die Burgruine
Passend zum guten Wetter war Tourismus das große Thema der Wagenbaugruppen. Sorgen um die Burgruine Waldenburg machten sich die Narren vom SV 04. Mit „Wenn hier der Touri uriniert, ist die Ruine ruiniert” nahmen die sie Entwicklung in der Waldenburger Bucht aufs Korn.
Des gleichen Themas hatten sich die Wagenbauer des Krankenhauses angenommen, die hoffen, dass die jüngsten Entwicklungen am Biggesee auch wieder Holländer nach Attendorn locken: „Extra for the Netherland, der Leuchturm hier am Biggestrand.”
Noch einen Schritt weiter geht die Kämpengemeinschaft. Warum nur Holländer? Sie blickt nach Asien: „Tourismus boomt enorm, Inder kommen nach Attendorn”. Nicht nur 22, sondern eine gefühlte Ewigkeit sind die Pfadfinder Ennest dabei. Unter dem Motto „So begann die Narretei, seit 22 Jahren mit Herz dabei” zogen ägyptische Sklaven eine Pyramide durch Attendorn.
Fassbierfreunde und Biggekäfer
Märchenhaftes lieferten die Biggekäfer („Die Hexen sind außer Rand und Band, Hänsel und Gretel sind nicht mehr im Land”), der Osterfeuerverein Holzweg („Holzweger Trolle und Elfen - der Wald ist uns zu klein, es treibt uns in die Stadt hinein”) und die Fassbierfreunde Ihnetal („Gargamel jagt kleine Schlümpfe wie Papa Staat unsere Sparstrümpfe”).
Der Klimawandel beschäftigte die Spanische Elternvereinigung („Wir sitzen alle in einem Boot - lassen wir es nicht untergehen”) und Wizico, die mit ihrer Arche auf alles vorbereitet waren: „Klimawandel bringt das Eis zum tauen, drum lasst uns eine Arche bauen”.
Die Windhauser Wagenbauer vertreten die Auffassung, dass in Krisensituationen starke Männer nach vorne müssen. Ihr Motto: „Der Autoindustrie geht's schlecht, da käm' Horst Schlämmer jetzt wohl recht.”
Krise und leere Kassen waren auch das Thema der KG Ihnetal „Wer uns regiert ist doch egal, wir feiern trotzdem Karneval” und der Bremge/Bürberger Narren: „Das Geld ist knapp, man glaubt es kaum, doch Hilleke kämpft für seinen Traum”.
Wir sind Virus
Wer sich über den Tod des King of Pop gefreut haben könnte, ahnten die Hucken vom Hettmecker Teich. „Bei Jacksons Himmelstournee, man kann es nur ahnen, da rockten und popten im Sarg schon die Maden.” Ein Gesundheitsthema (Schweinegrippe) hatten auch „Wir sind wir” auf dem Wagen: Wir sind nicht mehr wir, sondern „wir sind Virus.”
Die Unbegreiflichen gaben Jogi Löw ein paar Entscheidungshilfen für die Fußball-Weltmeisterschaft: „Unbegreiflich mit tara, schickt uns zur WM nach Südafrika”. Parallelen zur Schicksalsschlacht vor rund 2000 Jahren und dem Attendorner Wahlkampf mit dem Sieger Wolfgang Hilleke zogen die Sänger des MGV Sauerlandia: "Wie Varus einst bei den Germanen, schlug ein junger Recke die Titanen”.
0mitdiskutieren