Solist Drolshagen will zurück zum Musikschul-Trio

In einigen Bereichen arbeiten die kommunalen Musikschulen Olpe, Drolshagen und Wenden bereits heute zusammen. Ein Beispiel ist das Gemeinschaftsorchester.
In einigen Bereichen arbeiten die kommunalen Musikschulen Olpe, Drolshagen und Wenden bereits heute zusammen. Ein Beispiel ist das Gemeinschaftsorchester.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Zurück in die Zukunft ging es mit Michael J. Fox in der gleichnamigen Science-Fiction-Filmtriologie. In Drolshagen geht es vorwärts in die Vergangenheit.

Drolshagen..  Mehr kommunale Selbstständigkeit wollte die Stadt Drolshagen erlangen, als sie sich aus dem Zweckverband der Musikschulen Olpe, Drolshagen und Wenden verabschiedete und 1987 mit einer eigenen Musikschule an den Start ging. Heute, 28 Jahre danach, dreht die Stadt die Zeit wieder zurück.

Sie sucht die Zusammenarbeit mit anderen kommunalen Musikschulen. Aus denselben Beweggründen wie 1987. Denn das Solisten-Dasein ist teuer und kommunale Selbstständigkeit funktioniert nun mal nicht ohne finanziellen Spielraum. Die Zahlen sprechen für sich: Bei einem Kostendeckungsgrad von rund 41 Prozent muss die Stadt Drolshagen mehr als 220 000 Euro berappen, um Ausgaben und Einnahmen ihrer Musikschule auf dasselbe Niveau zu bringen.

Synergieeffekte

Für die Stadt, die wegen des bevorstehenden Abschieds aus der Haushaltssicherung jeden Cent zweimal umdrehen muss, ist das ein finanzieller Kraftakt erster Ordnung. Kein Wunder also, dass im Rathaus und auf der politischen Ebene laut über eine interkommunale Zusammenarbeit mit den Musikschulen in Olpe und Wenden nachgedacht wird - Stichwort: Synergieeffekte.

Eine solche Lösung käme nicht nur dem Unterrichtsangebotes für die zurzeit etwa 400 Drolshagener Musikschüler zu Gute: „Letztlich geht es auch darum, kostendeckender zu arbeiten“, betonte gestern Rainer Lange, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, im Gespräch mit unserer Zeitung.

In einzelnen Bereichen ziehen die drei Musikschule in Olpe, Wenden und Drolshagen heute schon an einem Strick: bei verschiedenen Kursen und bei den Gemeinschaftsorchestern „Concerto“ und „Concertino“.

Schulgeld angehoben

Doch bevor die drei musikalischen Ausbildungsstätten ganz offiziell wieder zusammenrücken, hat die Stadt zunächst einmal an der Gebührenschraube gedreht. Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung ist zum Jahreswechsel das Musikschulgeld um rund 5 Prozent angehoben worden, um die durch Tariferhöhungen angestiegenen Personalkosten aufzufangen.

Im Normaltarif für Kinder- und Jugendliche und junge Erwachsene bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kostet der Musikgarten jetzt 222 Euro jährlich. Für die Musikalische Früherziehung sind 306 Euro im Jahr fällig, für die Musikalische Grundausbildung ebenfalls 306 Euro und für die Singklasse (Klassenunterricht) 138 Euro. Der Einzelunterricht von 45 Minuten wöchentlich kostet für Jungmusiker jährlich 924 Euro, für Erwachsene 1 638 Euro.

Derweil sind die ersten Schritte in Richtung interkommunale Zusammenarbeit bereits getan. „Auf der Ebene der Musikschulleiter haben schon Gespräche stattgefunden“, so Rainer Lange. „Gespräche auf Bürgermeister-Ebene werden folgen.“