Ski- und Rodel-Fans scharren schon mit den Kufen

Der Winterdienst läuft derzeit auf Hochtouren. Auch die Räum- und Streuexperten des Olper Bauhofs sind ständig auf Achse.
Der Winterdienst läuft derzeit auf Hochtouren. Auch die Räum- und Streuexperten des Olper Bauhofs sind ständig auf Achse.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Lifte laufen, der Winterdienst rollt, die Polizei warnt und ein Firmenchef aus Welschen Ennest ist sauer.

Kreis Olpe..  „Schifoan, schifoan, wow wow wow, schifoan“: Das will der Austropop-Barde Wolfgang Ambros und auch die heimischen Ski- und Rodelfans scharren schon heftig mit den Kufen. Doch Petrus scheint ihr Flehen erhört zu haben und schickte in den letzten Tagen und Nächten seine erste große Flockenlandeeinheit in den Kreis Olpe. Das Resultat: Die Skiliftbetreiber, die Winterdienste und die Polizei stellen sich auf ein paar weiße Wochen ein.

„Es sieht ganz gut aus“, meldet Josef Stinn, Liftbetreiber vom Skigebiet Fahlenscheid. „Ganz gut“, das heißt: Auf den Pisten liegt fast ein halber Meter Schnee, im Gelände rund um die Abfahrten sind es 20 Zentimeter. Die beiden Lifte laufen, der „Zauberteppich“ ebenfalls. „Für die nächsten Wochen liegt alles im grünen Bereich. Auch die Schneekanonen kommen wieder zum Einsatz“, hofft Stinn auf volle Pisten.

Das Skigebiet im Olper Osten profitiert natürlich auch von seiner geografischen Lage. Die Talstation liegt rund 500 Meter über dem Meeresspiegel und die Bergstationen liegen noch 100 Meter höher.

Von solchen Voraussetzungen kann Bernd Peuser von der Skihütte Halberbracht (450 Meter Höhe über N. N.) nur träumen. „Die Schneemenge reicht noch nicht aus zum Skifahren“, sagt er. „Wir haben derzeit 10 Zentimeter. Immerhin: Fürs Schlittenfahren ist das okay.“ Der Einsatz von Schneekanonen lohne sich in Halberbracht nicht, so Peuser, der seit rund 17 Jahren den Lift und die Gastronomie betreibt.

Ständig auf Achse sind derweil die Räum- und Streuexperten der Bauhöfe. „Auf den Straßen streuen wir zurzeit Salz und Feuchtsalz, in den Parkhäusern Sand und auf den Gehwegen Salz und Kainit, das ist ein Dünger aus der Landwirtschaft, der abstumpfend und auftauend wirkt“, betont Ulrich Heuel, Leiter des Olper Baubetriebshofs..

Das Schüttgutlager und die beiden 170-Tonnen-Hochsilos an der Ziegeleistraße sind proppenvoll, Einsatzkräfte in Rufbereitschaft. Dienstbeginn ist bereits um 4.30 Uhr. Heuel: „Bis morgens um 7 Uhr müssen die wichtigsten Straßen gestreut sein.“

Lob für die Autofahrer

Diese „wichtigsten Straßen“ sind die Hauptdurchgangsstraßen, die Steilstrecken und die Routen des Öffentlichen Personennahverkehrs. Bauhofleiter Ulrich Heuel rechnet damit, dass es die nächsten Wochen „winterlich und kalt“ bleibt. Daher werden die Winterdienstler der Stadt und ihre Kollegen von den privaten Schneeräumdiensten für Erste auf ihre Früheinsätze nicht verzichten können.

Immer wenn’s draußen eisig kalt ist, wird’s für die Polizei brenzlig. „Das war ziemlich heftig heute Nacht“, resümiert Polizeihauptkommissar Stephan Ommer von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Olpe. „Überall war es eisig und glatt, einige Lkw sind liegengeblieben. Die Zahl der Unfälle hält sich aber in Grenzen.“

Bis zum Mittag registrierten die Polizei sieben Verkehrsunfälle mit Sachschaden, aber gänzlich ohne Verletzte. „Das hält sich noch im Rahmen. Dafür müssen wir den Autofahrern ein Lob aussprechen.“ Und damit auch in den nächsten Tagen nichts Schlimmeres passiert, rät Stephan Ommer den Autofahrern: „Scheiben freimachen, Tempo drosseln, Abstand halten und aufmerksam fahren.“

Diese Tipps brauchen die Fahrer der air-lab GmbH (Gewerbegebiet Welschen Ennest) vorerst nicht zu berücksichtigen, denn bei ihnen dreht sich kein Rad. Die Firma ist quasi von der Außenwelt abgeschnitten, weil der Räumdienst nicht vor Ort war. Liefer- und Anlieferverkehr seien blockiert, eine Beschwerde bei der Gemeinde hätte keinen Erfolg gehabt, kristiert Geschäftsführer Hans-Joachim Henze „Es ist mittlerweile 9.20 Uhr, vom Räumdienst keine Spur. Die beauftragte Spedition kommt nicht zur Abholung“, so Henze am Freitag. „Wir räumen derweil mit eigenen Kräften und kleinem Gerät, haben aber keine Chance, die 250 Meter zur Hauptstraße auch nur annähernd in den Griff zu bekommen.“