Seit 34 Jahren dreht sich die Töpferscheibe

Gisela und Helmut Zimmermann an ihrem Stand während der Adventsausstellung der JVA in diesem Jahr
Gisela und Helmut Zimmermann an ihrem Stand während der Adventsausstellung der JVA in diesem Jahr
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Tonschild  mit der Aufschrift „Töpferei mit“ einem roten Herz und den Namen „H. u. G. Zimmermann“ weist darauf hin, dass in der Hollenbocker Straße 36 ein uraltes Handwerk  betrieben wird. Dort wohnen Helmut (74) und Gisela Zimmermann (73), die seit nunmehr 34 Jahren Freude an diesem Hobby haben.

Heggen..  Das Tonschild mit der Aufschrift „Töpferei mit“ einem roten Herz und den Namen „H. u. G. Zimmermann“ weist darauf hin, dass in der Hollenbocker Straße 36 ein uraltes Handwerk betrieben wird. Dort wohnen Helmut (74) und Gisela Zimmermann (73), die seit nunmehr 34 Jahren Freude an diesem Hobby haben.

Das Töpfern ist die älteste Methode, die die Menschheit kennt, um plastische Gegenstände zu formen und Gefäße unterschiedlichster Art herzustellen. Im Kreis Olpe ist das Töpfern eher selten. Aber im sogenannten Kannenbäckerland (Westerwald) sieht die Sache anders aus. Dort findet man die professionelle Herstellung von Tonerzeugnissen, wie das grau-blaue Westerwälder Steinzeug, in großem Umfang. In dieser Region wurden die große Tonvorkommen gefunden.

Der Beginn der Töpferei liegt bei Helmut Zimmermann 40 Jahre zurück. Der gebürtige Mühlheimer war zu der Zeit in der JVA in Attendorn-Ewig beschäftigt. Als man für die Arbeitstherapie passende Beschäftigungen suchte, machte Helmut Zimmermann in einer Konferenz den Vorschlag, sich mit Ton zu beschäftigen. Der wurde für gut befunden und Zimmermann las in Büchern nach, was man über das Töpfern wissen sollte. In der Gruppentherapie begann man, nachdem sich der JVA-Mitarbeiter die Grundkenntnisse selbst angeeignet hatte, einfache Sachen wie kleine Vasen und Aschenbecher anzufertigen.

Die erste eigene Töpferscheibe

Auf den Geschmack gekommen, schafft sich Zimmermann 1980 die erste eigene Töpferscheibe an. Seitdem ist das Töpfern das große Hobby von Helmut Zimmermann und auch seiner Frau Gisela. Sie arbeiteten das ganze Jahr über gemeinsam in der Werkstatt im Keller ihres Eigenheims und fertigten Tonartikel entsprechend der Jahreszeit.

Die Eheleute fertigten alles, was man sich nur denken kann: Gänse, Schafe, Schildkröten, Blumentöpfe mit Gesichtern bemalt, Türschilder, Becher mit einem Kreuz für Erstkommunikanten oder Lampenschirme, kleine Kirchen, Nikoläuse, Tannen, Essgeschirr und vieles mehr. Die Artikel werden liebevoll mit farbiger oder transparenter Glasur versehen.

Im Haus der Zimmermanns kann man einen Einblick bekommen, was im Laufe der vielen Jahre alles gemacht wurde. Im Schlafzimmer hängt eine Lampe, deren Schirm aus Ton ist. Zahlreiche Exponate, die an den Mann oder die Frau gebracht wurden, haben die Zimmermanns im Bild festgehalten; ein ganzes Album zeigt einen Querschnitt ihres Schaffens.

Töpfern mit den Enkelkindern

Die Enkelkinder Diana und Alina haben auch Spaß am Hobby von Oma und Opa und fertigten unter deren professioneller Anleitung kleine Figürchen. Zur Adventsausstellung in der JVA werden die Zimmermanns jedes Jahr eingeladen. Dort sind sie im Eingangsbereich zu finden und bringen mit den Tonerzeugnissen Abwechslung in die Ausstellung, die sonst von Holzartikeln aus der Arbeitstherapie dominiert wird. Das machen sie gern. Sämtliche Artikel sind mit ihren Initialen „HGZ“ gekennzeichnet.

Helmut und Gisela Zimmermann betrachten ihre gefertigten Artikel immer kritisch. „Was nicht perfekt ist, sortieren wir aus“, sagen sie.

Nach der Adventsausstellung in der JVA „haben wir erst einmal genug“, sagen sie unisono, wollen aber auch in 2015 weiter mit neuem Elan ihrem liebgewordenen Hobby frönen.