Sehr bedauerlich

Ganztag Grundschule Ottfingen. Es sind auf keinen Fall die Eltern oder sich einsetzende Politiker, die hier für Zoff sorgen. Es gab auch keinen Zoff, weil sich der Vorstand einer Klassenpflegschaft in Wenden oder Rothemühle uninformiert fühlt. Wenn die Vorsitzende der Schulpflegschaft in Wenden sagt, sie sei übergangen worden, ist dies durchaus zweifelhaft, da die Schulleitung und der Schulträger doch vorher Bescheid wussten; oder werden über Probleme an den Schulstandorten des Grundschulverbundes nicht die Elternvertreter und auch nicht die Ratsvertreter rechtzeitig informiert?


Nicht richtig ist auch die Feststellung, dass es eine sinkende Tendenz im Ganztag gibt oder geben wird, wenn nicht unsere Gemeinde Wenden deutschlandweit aus dem Rahmen fallen würde.


Es ist übrigens nicht die Aufgabe einer Schulkonferenz, über die möglichen Kosten eines Ganztages und die Beurteilung von angeblicher Konkurrenz bei politisch gewollter Gleichberechtigung der Schulstandorte zu beurteilen; dies mag doch der Schulträger mit dem Gemeinderat erledigen. Das eigentliche Problem ist doch die Tatsache, dass jetzt eine Grundschule mit einem Schulkonferenzbeschluss indirekt vorzeitig geschlossen werden soll.


Da die Grundschule Ottfingen die einzige Schule im Grundschulverbund „Wendener Land“ und auch in der ganzen Gemeinde Wenden ist, die keine Ganztagsbetreuung anbietet, können die Zahlen der jährlichen Anmeldungen nicht mit den Standorten Rothemühle und Wenden verglichen werden, weil keine von den Eltern bewertbare Chancengleichheit besteht. Seit Jahren melden auch Eltern aus Ottfingen ihre Kinder wegen des persönlichen Ganztagsbedarfs in Wenden oder Rothemühle an, was verständlich ist. Weiter kommt hinzu, dass die Schulleitung des Verbundes den Eltern einen möglichen Auslauf der Ottfinger Schule weit vor den Fakten des öffentlichen Schulentwicklungsplanes dargestellt hat.


Auf diese Ängste einer Schulschließung, haben Eltern (nicht nur in Ottfingen), die ihrem Kind ungerne einen Schulwechsel in der Primarstufe zumuten möchten, mit einer Anmeldekorrektur in Richtung Rothemühle oder Wenden reagiert.


Wenn also eine Schulkonferenz für einen Ortsteil mit nur zwei von sechs Elternvertretern zusammengesetzt ist, treten persönliche und lokale Interessen vor das Interesse unserer Kinder in Sachen Qualität und Standortsicherung.


Das Ganze ist sehr bedauerlich und ich hoffe, dass nun endlich auch mal die Elternschaft sich bekennt und sich nicht immer auf die Politik verlässt, die übrigens gegen eine Schulkonferenz nur schwer etwas entgegensetzen kann. Wenn also wegen der fehlenden Chancengleichheit in Sachen Ganztagsbetrieb in Ottfingen die Schule geschlossen wird, ist nur einer Schuld: „Der Schulkonferenzbeschluss“ vom 23. März.


Marianne Schürholz, Hünsborn, Mutter eines Kindes in der Grundschule Ottfingen