Schwarzstorch, Denkmalschutz und Steuern

U.  m Windkraft (nicht zu verwechseln mit Tat-Kraft der Ministerpräsidentin) ging es 2014 und wird es wohl auch 2015 in diversen Diskussionsrunden gehen. Denn die Bezirksregierung will aus dem Land der tausend Berge das Land der tausend Windräder machen. Auf so viel Wind folgte im Kreis Olpe ein Sturm der Entrüstung, obwohl es anfangs so aussah, als würden die Unwetterwarnungen aus Rehringhausen auf taube Ohren stoßen.

Nach und nach stellten dann immer mehr – bevorzugt kleinere – Orte fest, dass sie bald im „Schattenwurf-Tal“ der Dauerberieselung mit Infraschall ausgesetzt werden sollen. Die heimische Politik zeigte der Regierung diverse rote Karten, auf der mal die Hohe Bracht, mal Schwarzstörche zu sehen waren. Als Gerücht erwies sich aber, dass die Rehringhauser darüber nachdenken, auf www.wildvogel-verleih.de ein Brutpaar des Schwarzstorches zu erwerben, um damit dem Bau weiterer Windräder in den Rehringhauser Bergen entgegen zu treten.

Hören und Sehen

Lohnt sich vielleicht auch nicht. Wenn den kleinen Dörfern ohnehin der Tod auf Raten verordnet wird, weil sie sich nicht mehr entwickeln dürfen, ist ja bald keiner mehr da, der sich über Windräder aufregen könnte. Außerdem wurde in einer angeblichen „Infoveranstaltung“ in Oberveischede deutlich gemacht: Man hört nichts, man sieht nichts, man spürt nichts von den Windrädern. Erinnert ein bisschen an die drei weisen Affen. Man muss eben nur dran glauben. Dran glauben soll auch das Olper Rathaus. „Ist das Kunst oder kann das weg?“ lautet die Frage, wenn man an den Abriss der Schmuck-Immobilie aus den 70er Jahren denkt. Aber man sollte möglichst schnell denken.

Jetzt soll nämlich ein gar nicht mal so altes Haus unter Denkmalschutz gestellt werden, nachdem die Volksbank erklärt hatte, dort einen Neubau erstellen zu wollen. Da muss man sich die Frage stellen, wie viel Zeit noch bleibt, um sich dauerhaft von dem architektonischen Sündenfall in der Franziskanerstraße zu trennen, bevor auch das Rathaus zum Denkmal wird.

Eile geboten

Ob dem alten ein neues Rathaus folgen muss, steht auf einem anderen Blatt. Irgendwann werden die Schülerzahlen vielleicht so weit zurückgehen, dass nicht nur die frühere Pestalozzischule zur Verfügung steht. Da böten sich ungeahnte Möglichkeiten, die Abteilungen des Rathauses unterzubringen, die wenig bis gar keinen Publikumsverkehr haben (also vermutlich die meisten). Für Bürgerbüro, Bücherei und Standesamt wäre Platz im Bahnhofsgebäude.

Außerdem könnte man auf dem Wege die interkommunale Zusammenarbeit forcieren. Acht Verwaltungen für immer weniger Bürger sind eh zuviel. Und am Ende können wir uns die vielen Bürgermeister und Beigeordneten und Politiker vielleicht gar nicht mehr leisten.

Andererseits haben die Kommunen natürlich ausreichend Möglichkeiten, den Rückgang der Einwohnerzahlen finanziell zu kompensieren. Kirchhundem ist ein gutes Beispiel. Wenn die Einnahmen schwinden, geht man mit den Steuern rauf. Wenn alle mehr zahlen, kommt am Ende das gleiche (oder sogar mehr) rein. Begründungen für Steuererhöhungen finden sich.

Mehr Transparenz

In anderen Fällen ist das mit den Begründungen manchmal schwieriger. Da stellen die Grünen im Kreistag (sonst nicht als ausgemachte Feinde der CDU bekannt) in Sachen Schülerticket den Antrag, doch einmal zu ermitteln, wieviele Schüler denn überhaupt Schulen außerhalb des Kreises besuchen. Das will eine Mehrheit in der CDU aber gar nicht wissen. Am Ende sind es noch so wenige, dass man die Verweigerungshaltung in Sachen Schülerticket mit zu hohen Kosten nicht mehr begründen könnte. Sagen wir mal so: Transparenz geht anders.

Transparent war dagegen die Entscheidung, die Abfallentsorgung (fast) kreisweit auf neue Füße zu stellen. Manchmal klappt die Zusammenarbeit eben. Auf größere Entscheidungen wird man wohl warten müssen, bis der Politik der Wind so richtig ins Gesicht bläst. Womit wir wieder bei der Windkraft wären.