Schuss vor den Bug der Dauerparker

Die Stadt Olpe spricht neuerdings Verwarnungen ohne Verwarnungsgeld aus. Als „Hinweis für die Zukunft“, so die Verwaltung. Denn am 1. Juli soll eine neue Gebührenwelle rollen.

Kreis Olpe..  Wer mit dem Auto zum Bahnhof fährt, um dann in die Bahn einzusteigen, freut sich bekanntermaßen über Parkplätze in der Nähe: Die heißen bekanntlich „Park & Ride“-Plätze. Das ist in der Gemeinde Finnentrop so, in Altenhundem und in Olpe seit einigen Monaten ebenfalls.

Das gute Dutzend Plätze beim Bahnhaltepunkt, im Schatten von Expert Klein und Skateranlage, wird allerdings seither weniger von Bahnkunden genutzt als von sogenannten Fremdparkern. Dauerparker also, die lediglich einen kostenlosen Parkplatz suchen, aber nicht mit der Bahn fahren wollen.

Hinweis für die Zukunft

Genau hier will die Stadt Olpe dazwischen fahren. Autofahrer haben es in den vergangenen Tagen schon bemerkt: Wer auf einem der P & R- oder den beiden K & R-Plätzen, dem fuhr erstmal der Schreck in die Glieder, als er zum Auto zurückkehrte. Denn das Ordnungsamt hatte eine Verwarnung im Din-A-5-Format hinterlassen. Darauf zu lesen: „Ihnen wird vorgeworfen, beim Parken bzw. Halten Ihres Fahrzeuges gegen die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung verstoßen zu haben.

Sie werden hiermit ohne Erhebung eines Verwarnungsgeldes verwarnt. In Zukunft müssen Sie damit rechen, dass Verkehrsverstöße in diesem Bereich mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden.“

Was steckt hinter dem neuerlichen Vorstoß der Stadt? „Wir verstehen das als Hinweis für die Zukunft“, erklärt Ordnungsamts-Chef Peter Püttmann. Wenn die Stadt die bereits beschlossenen Parkscheinautomaten u. a. hinterm Bahnhof und neben dem Lidl installieren werde, dürfte es wahrscheinlich sein, dass Fremdparker die P&R/K&R-Plätze missbrauchten. Püttmann: „Wir rechnen damit, dass diese Plätze dann sofort vollgefahren werden.“ Für Bahnkunden, für die die Plätze eigentlich gebaut worden seien, ein Ärgernis. Genau das wolle man verhindern. Wer also künftig erwischt werde, müsse dann 10 Euro Verwarnungsgeld bezahlen.

Zur Begriffserklärung: Die beiden „Kiss & Ride“-Plätze dürfen von Parkern gar nicht genutzt werden, sondern nur von gerade mal haltenden Autos. Püttmann: „Diese beiden Plätze sind nur für Autofahrer, die einen Bahnkunden zum Bahnhof bringen und dann sofort wieder losfahren.“

Die P&R-Plätze seien für Bahnkunden, die selbst mit dem Auto anreisten und es dort stehen ließen, auch über Nacht oder mehrere Tage. Wer eine Monatskarte oder andere Dauerkarte der Bahn nutze, so Püttmann, solle diese kopieren und hinter die Scheibe legen. Wer ein Tagesticket löse und das 10-Euro-Knöllchen erhalte, könne sein Ticket anschließend ans Ordnungsamt faxen oder einen Scan mailen. „Dann hat sich das erledigt“, versichert Püttmann.

Findungsphase

Dass andere Kommunen bei der Überwachung ihrer P&R-Plätzen vor rechtlichen Hürden zurückgewichen sind, weiß man bei der Stadt. Püttmann: „Wir sind auch noch in der Findungsphase, es ist noch nicht endgültig geklärt, ob wir es so machen.“

Endgültig stehe auch noch nicht fest, wann es losgehe: „Anvisiert ist der 1. Juli. Dann, wenn die Parkscheinautomaten stehen. Aber das kann sich noch etwas verzögern, ist abhängig von der liefernden Firma.“