Schülerinnen und Schüler sichtlich beeindruckt

Michael Klein konnte rund 350 Schülerinnen und Schüler zum Crash-Kur im OZ in Meggen b egrüßen
Michael Klein konnte rund 350 Schülerinnen und Schüler zum Crash-Kur im OZ in Meggen b egrüßen
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Polizei, Notfallseelsorger, Feuerwehr, Rettunsdienst und die Mutter eines Verkehrsunfallopfers berichteten vor 350 Schülern über die schrecklichen Ereignisse und baten die jungen Menschen eindringlich, mehr Vorsicht im Straßenverkehr walten zu laseen.

Meggen/Kreis Olpe..  Erst krachte das Auto links gegen eine Betonmauer, schleuderte quer über die Fahrbahn zurück, überschlug sich in einer Böschung und landete auf dem Dach im angrenzenden Bach. Carla (18), die auf der Rückbank saß, erlitt schwerste Verletzungen. „Meine ersten Gedanken waren: Das war’s jetzt. Hier kommst du nie wieder raus“, schilderte die junge Olperin das Unfallgeschehen gestern im Rahmen des Crash-Kurses NRW gestern vor rund 350 SchülerInnen der Oberstufe und des Berufskollegs. im PZ in Meggen.

Eine Niere und ein Teil der Bauchspeicheldrüse der jungen Frau mussten entfernt werden, wegen eines Wirbelbruchs bestand die Gefahr einer Querschnittslähmung. Carla kämpfte, fand ins „normale“ Leben zurück. Bei ihren Schilderungen war es sehr still unter den Zuhörern.

Michael Klein, Präventions-Experte der Kreispolizeibehörde, machte vier Hauptursachen verantwortlich für schwere und schwerste Verkehrsunfälle. Und sprach damit direkt die 16-20-jährigen Führerscheinbesitzer und Fahranfänger, aber auch die angehenden motorisierten Verkehrsteilnehmer an: überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen, Missachtung der Anschnallpflicht sowie Ablenkung durch Zigarette, Handy, CD oder Beifahrerin.

Klein: „Jedes Leben zählt. Verkehrsunfälle zerstören Leben.“ Es sei erwiesen, dass sich Unfälle eben nicht zufällig ereigneten, nur die Folge misslicher Umstände seien: „Verkehrsunfälle geschehen nicht, Verkehrsunfälle werden verursacht.“

Unfallfotos

An Hand polizeilicher Unfall-Fotos wurden dem jungen Publikum, dass auch psychologisch bestens vorbereitet war, auf teilweise drastische Weise der ganze Schrecken von Unfallstellen mit tödlichem Ausgang vor Augen geführt. So hautnah mit dem entsetzlichen Geschehen in Berührung gebracht war die Betroffenheit der Schülerinnen und Schüler deutlich zu spüren.

Ebenso wie bei den „Tatort“-Schilderungen von Rettungs- und Einsatzkräften. Achim Henkel (Polizei Olpe, erinnerte an einen tödlichen Motorradunfall: „Wir mussten dem jüngeren Bruder die Todesnachricht überbringen. Eine Aufgabe, die auch uns sehr belastet. Also: Passt auf Euch und andere auf!“

Schuldgefühle

Notarzt Dr. Matthias Danz, der früher seinen Dienst in Köln versah, berichtete von einem Verkehrsunfall, bei dem ein junger Fahrer unüberlegt überholt und eine entgegen kommende 21-Jährige in ihrem Fiesta in den Tod gerissen hatte: „In der Haut dieses Unfallverursachers mit all seinen Schuldgefühlen möchte ich nicht stecken.“ Er appellierte an die Schüler: „Bleibt hinterm Steuer gelassen, lasst Euch Zeit.“

Andreas Schürmann, stellv. Leiter der Lennestädter Feuerwehr, erinnerte sich an einen schrecklichen Verkehrsunfall bei Bonzel. Zwei Anhalter waren zu einem 19-Jährigen ins Fahrzeug gestiegen,. Alle drei überlebten den Unfall nicht.

Hinterbliebene

Notfallseelsorger Georg Wagener beschrieb die schrecklichen Folgen für die Angehörigen und „Hinterbliebenen“. Wenn ein Mensch innerhalb einer Sekunde aus dem Leben gerissen werde, stelle sich häufig die Frage nach dem Warum.

Die Mutter eines Unfallopfers berichtete von dem Schock, als der geliebte Sohn verstarb. Von ihrer monatelangen Arbeitsunfähigkeit danach, von den Entschuldigungsversuchen des Unfallverursachers: „Ich konnte zwar seine Entschuldigung annehmen, aber ihm nicht verzeihen.“