Schriftlich ist besser

Schwanen-Abschuss.  . Der Abschuss ist sicherlich absolut nicht zu verstehen. Die Hetze gegen die Jagd, die darüber hinaus entsteht, und das Vertreten von ideologischem Gedankengut, das schon an Fanatismus grenzt, ist fast schon nicht mehr zu übertreffen. Dass so etwas passieren konnte, dazu gehört in diesem Fall mehr als nur die Person, die geschossen hat. Ein Begehungsschein ist auch ein Vertrag. Alle Besonderheiten sollten schriftlich festgehalten sein. Die Jagdgenossenschaft, die das entsprechende Refugium verpachtet, muss dazu auch eingebunden sein. So sollte für alle, die in dem Umfeld „Jagd“ Verantwortung übernehmen, dies eine Lehre sein. Vertrauen ist gut, schriftlich ist besser.


Nun zu den Ideologen (unsern Herrn Remmel zähle ich auch dazu). Wildfleisch - mehr Bio geht nicht - ist dazu auch noch gesund. Das Betretungsverbot für landwirtschaftliche Flächen (ausgenommen der Berechtigten) gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Pferde, Hunde usw. Ein Hundehaufen in einem Ballen Heu oder Silo kann den ganzen Ballen vernichten oder bei den zu fütternden Tieren Krankheiten auslösen bis hin zum Tod. Mal darüber nachgedacht Frauchen und Herrchen? Der Fuchsbandwurm ( z.Z. ca 60 % Befall bei den Füchsen) ist für den Menschen gefährlich. Dazu ist die Fuchsräude im starken Maße zunehmend. Vor allem Hunde sind von der Ansteckung betroffen. Sehr kostspielige Heilung und hoher Zeitaufwand.


Fütterungsverbot. Bin ich sofort mit einverstanden. Dann aber auch Besucherzahlen und Fortbewegungsmittel im Wald und Feld wie noch in den fünfziger Jahren. Dann hat das Wild auch Ruhe und kann von dem Magerangebot überleben. Ich kann auch aufzeigen, wo es so etwas noch gibt. In dieser Richtung kann ich noch lange weiter ausführen. Um unser noch gültiges Jagdgesetz und dem dazugehörigen Brauchtum in der BRD beneiden uns die allermeisten Länder dieser Welt.


Auch der Schwan ist kein Heiliger. Dies meine ich in dem Zusammenhang, dass der ein oder andere meint, Schwäne sollten grundsätzlich nicht bejagt werden. Fragt mal den ein oder anderen Angler und Besucher des Biggesees. Ich lade gerne dazu ein, die Kosten zu übernehmen, die in anderen Landesteilen entstehen, wo Schwäne zu Hunderten über die Felder ziehen und den Landwirten hohe Schäden verursachen. Ich habe wirklich nichts gegen Schwäne, falls das so verstanden werden sollte. Im Gegenteil. Als Nelson und Nelsine hier am Olper Bigge - Vorstaubecken eingebürgert wurden war ich schon dabei. Und auch als die ersten Jungen beringt wurden. Das Nest war damals immer im Rosenthal vor der Haustür der Familie Schmitz. Das waren die Urschwäne des heutigen Bestandes am Biggesee.


Festgefahrene Ideologien sind keine gesunde Grundlage. Egal zu welchem Thema. In einer Welt, die sich verändert, müssen alle Kompromisse eingehen. Auch wenn es dem einen oder anderen sehr schwer fällt. Wegen eines schwarzen Schafs ist nicht gleich die ganze Herde zu schlachten.


Peter Mester,
Drolshagen