Schon seit Tagen ohne Abschluss

Kein Anschluss unter dieser Nummer: In Iseringhausen und Brachtpe warten viele Kunden auf die Telekom.
Kein Anschluss unter dieser Nummer: In Iseringhausen und Brachtpe warten viele Kunden auf die Telekom.
Foto: WAZ FotoPool
In Brachtpe und Iseringhausen klingeln seit einem Gewitter viele Telefone nicht mehr. Zahlreiche Kabel seien beschädigt, sagt die Telekom. Doch die betroffenen Firmen sind sauer, weil man ihnen immer neue Termine für die Reparatur nennt.

Brachtpe/Iseringhausen..  Stephan Feldmann erreicht man seit zwei Wochen nur auf dem Handy. Das ist für ein Unternehmen ein echtes Problem, zumal an normalen Tagen zwischen 350 und 400 Anrufe eingehen. Stephan Feldmann betreibt ein Elektro-Geschäft mit Kundendienst für Elektrohausgeräte und ist seit der Nacht vom 5. auf den 6. Juni ohne regulären Telefon- und Internetanschluss.

„Die Störung wurde durch Blitzschläge in die Netze der Telekom ausgelöst; ein Hauptkabel ist an mehreren Stellen getroffen worden, außerdem Verzweigungskabel und weitere Kabeleinrichtungen“, schreibt Julia Herpel von der Presseabteilung der Telekom.

Ärger bei den Betroffenen

Soweit kann auch Stephan Feldmann die Argumentation nachvollziehen. Was aber danach folgte, bringt ihn in Rage. Denn nach dem ersten Anruf bei der Störungsstelle war ihm gesagt worden, montags um 19 Uhr sei alles wieder in Ordnung. Aus Montag wurde Mittwoch, aus Mittwoch Freitag und daraus wieder Montag der nächsten Woche.

Vorgestern bekam er eine SMS. Alles sei behoben, habe es geheißen. Telefonieren oder ins Internet konnte er trotzdem nicht. Plötzlich sollte es am hausintern Splitter liegen. Auch gestern sollte wieder ein Techniker kommen. Gehofft haben die Feldmanns genauso umsonst wie Volker Lobbe. Er hat sogar den ganzen Vormittag auf den Techniker gewartet, der bis 12 Uhr kommen sollte. Als mittags immer noch keiner da war, fragte er nach und es habe geheißen: Ein Techniker kommt heute nicht mehr. „Da weiß doch die rechte Hand nicht, was die linke tut“, ärgert sich der Inhaber einer Bauelemente-Firma.

Anrufe bei Feldmanns werden mittlerweile auf das Handy von Annette Feldmann weitergeleitet, so dass sie wenigstens wieder erreichbar seien für ihre Kunden, die aus den Kreisen Olpe und Siegen, dem Märkischen und Hochsauerlandkreis und dem Raum Gummersbach kommen.

Die Telekom schreibt: „Seit dem 10. Juni sind unsere Techniker dauerhaft im Einsatz, um die betroffenen Kabelstücke auszutauschen. Einige Abschnitte sind inzwischen wiederhergestellt. Es sind allerdings sehr aufwändige Arbeiten und leider sind noch nicht alle beschädigten Kabel gewechselt. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch vor dem Wochenende fertiggestellt sein.“

Stephan Feldmann traut dem Braten nicht. Er habe den Eindruck, dass man bei Nachfragen nicht immer die ganze Wahrheit gesagt bekomme oder bei jedem Anruf eine andere Wahrheit.

Julia Herpel von der Telekom macht in ihrer Antwort auf Anfrage unserer Zeitung deutlich: „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten bei allen betroffenen Unternehmen. Ich kann Ihnen nur noch einmal versichern, dass unsere Techniker die Kabel so schnell wie möglich austauschen.“

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