Scherbenhaufen der Gesundheitspolitik

MVZ-Schließung..  Jetzt sollte es auch dem Letzten klar sein: Mit dieser Aktion sehen wir den Scherbenhaufen einer verfehlten Gesundheitspolitik. Aber wen wundert das, wenn Experten beabsichtigen,Krankenhäuser zu schließen und vergessen, dass diese auch einen Aus- und Weiterbildungsauftrag haben.


Wer Ausbildungsstätten schließt, darf sich nicht wundern, wenn Aus- und Weitergebildete auf dem Arbeitsmarkt fehlen. Eine Forderung von Georg Keppeler, Verwaltungsratsvorsitzender des Landesverbandes der AOK Westfalen-Lippe, Träger des Bundesverdienstkreuzes.


Eine Anreise nach Bad Berleburg wäre für Bürger des Kreises Olpe eine weite und für die Krankenkassen eine teure Fahrt. Für die Versicherten dürften kaum kurzzeitige Terminvergaben möglich sein. Für Helios eine betriebswirtschaftliche Verbesserung. So sieht es aus, wenn der Kommerz in der gesundheitlichen Versorgung das Sagen bekommt!


Kassenzulassungen auf Zeit, um den ärztlichen Versorgungsmangel auf dem Lande zu beheben. Eine wiederholte Forderung von Frau Dr. Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Das wäre evtl. eine zeitlich befristete berufliche Zwangsansiedlung auf dem Land. Ist dies mit EU-Recht einer „freiheitlichen Berufsausübung“ vereinbar? Wer würde ein derartiges Projekt finanzieren?


Sind es nicht die Krankenkassen und die Politik, die die sog. wirtschaftliche Basis in freiberuflicher Praxis verunmöglichen? Werden so nicht Rücklagenbildungen für Reinvestitionen verunmöglicht?


Die „Dirigenten“ im Gesundheitswesen werden zwar mehrheitlich gut bezahlt, aber ihre Arbeit ist alles andere als gut. Die Forderung: „So darf es nicht weitergehen“, schulden wir allen Bürgern und erst recht unseren Kindern!


Dr. med. Karl Heinz Schmitz,
Facharzt für Urologie
Olpe