Sauerländischer Kokolores

Zum letzten Mal konnte Prinz Jörg den großen Einzug auf die Bühne der Stadthalle genießen. Foto.bsg
Zum letzten Mal konnte Prinz Jörg den großen Einzug auf die Bühne der Stadthalle genießen. Foto.bsg
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Attendorner Narren zeigten sich in Hochform.

Attendorn..  Drei heimische Büttenredner waren die Stars der diesjährigen Herrensitzung in Attendorn. Sie alle stellten auf ganz unterschiedliche Weise ihr Talent in der Bütt auf beeindruckende Weise vor. Doch zunächst erfolgte pünktlich um 11.11 Uhr der Einmarsch mit dem Elferrat, den Gardeabordnungen und natürlich mit Prinz Jörg I. Brokamp. Für Prinz Jörg ein Wechselbad der Gefühle, denn es war sein letzter großer Auftritt als Prinz Karneval.

Den genoss er sichtlich und ausgiebig. Immer wieder ging er durch die Reihen und feierte mit den Gästen an ihren Tischen. Nach der Begrüßung durch Präsident Marc Rohrmann folgte mit Andreas Schäfer als „Hampeiter vom Kattfiller-Merkur“ die erste brillante Büttenrede. Dem Profi in der Bütt entging auch im vergangenen Jahr kein Missgeschick und auch das Weltgeschehen nahm er unter die Lupe.

Waffel statt Waffen

Ob der Waffenverkauf im Altenheim der eigentlich ein Waffelverkauf war, Pegida oder auch die Platzierung seines Lieblingsvereins, des BVB. „Ich hab mir schon mal Hattric gekauft, den Duft der zweiten Liga.“ Aber auch die Schützen und die Garden bekamen ihr Fett weg und die nette Toilette, eins der heiß diskutierten Themen in der Hansestadt, durfte nicht fehlen. „Lasst uns doch die Schützengesellschaft 1222 e.V. in Schützengesellschaft 1222 WC umbenennen. Das Ganze ist ein Fiasko und wenn die nette Toilette im Laden gar nicht nett ist, dann bekommt der Ausdruck „Scheißladen“ eine ganz neue Bedeutung.“

Suche nach Jupp

Ganz anders, aber nicht weniger unterhaltsam war der Auftritt von Cilli Alperscheid. Sie suchte ihren Jupp in der Herrensitzung und kam dabei ins Plaudern vom letzten Urlaub auf Mallorca.

Als sie schließlich ihr Liedchen „Jupp, schieb doch mal Schnee“ anstimmte, standen die Karnevalisten auf Tischen und Stühlen. Sie legte mit einem zweiten Lied nach und präsentierte so sauerländischen Kokolores in Vollendung. Als dritter heimischer Redner in der Bütt gab Christian Höffer als „En twersen Lümmel“ sein Debüt und macht seinem Namen alle Ehre. Richtig frech legte er los und ließ die Gäste Einblick nehmen in das Treiben hinter die Kulissen des Elferrates und der Garden. „Die Männergarden sind nicht besser wie der Elferrat, nur besser angezogen.“ Warum ein Gardist echte Schwierigkeiten hat, eine Frau zu finden, war ihm natürlich ebenso wenig fremd wie die Erkenntnis: „Und dran denken, eine Ex ist eine Ex. Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch.“

Tosender Applaus

Auch die Ennester Straße mit ihrer neu geschaffenen Aufenthaltsqualität war für ihn ein Thema und - natürlich - auch der Klosterplatz und der Feuerteich, natürlich mit Toilette, blieben nicht unkommentiert. Für alle drei Künstler gab es nach dem Auftritt nicht nur tosenden Applaus, sondern auch die Raketen der Sitzung.