Sauerländer bauen 120 Schutzhütten in Nepal

Olpe..  Der Koffer ist gepackt, das Flugticket geordert. Am Montag steigt Norbert Grobbel aus Olpe in Frankfurt in den Flieger nach Kathmandu in Nepal. Im Gepäck neben zwei Wasseraufbereitungsrucksäcken die positive Erkenntnis, dass man sich auf die Solidarität der Südsauerländer verlassen kann, wenn man dort helfen will, wo die Not am größten ist.

Die Berichterstattung über die Pläne Grobbels, im Erbebengebiet in Nepal beim Wiederaufbau zu helfen, hat ein großes Echo gefunden. In nur einer Woche gingen 60 000 Euro auf dem Spendenkonto ein, um Hilfe und Selbsthilfe in dem gebeutelten Land zu finanzieren.

Grobbel und seine Mitstreiter sind in der letzten Woche nicht untätig geblieben. Seine ursprünglichen Pläne, in dem Ort Jiri am Fuße des Himalaya zu helfen, hat er zunächst zurück gestellt. Nach Recherchen und Informationen aus Nepal ist es sinnvoller, in dem Dorf Kutal, nahe der Bergstadt Dhulikhel, 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu, zu beginnen.

Durch die beiden Erdbeben sind fast alle 124 Häuser des Ortes mehr oder weniger zusammengebrochen. Glücklicherweise wurden kaum Einwohner verletzt, weil während des Bebens die Schulen geschlossen und viele Dorfbewohner nicht zuhause waren. Sie alle campieren jetzt seit Wochen unter freiem Himmel oder einfachen Planen. Das Wichtigste ist, dass die Menschen bis zum Einsetzen des Monsunregens Mitte Juni wieder ein festes Dach über dem Kopf haben. Dabei wollen Norbert Grobbel und seine Freunde helfen.

120 Schutzhütten

Der deutsche Entwicklungshelfer und Bauingenieur Horst Matthäus, der in Dhulikhel lebt, hat vor Ort die organisatorischen Vorarbeiten übernommen und das Projekt mit den Behörden abgestimmt: den Bau von 120 Schutzhütten aus Holz, Bambusrohr und Wellblechen, sogenannte Shelter, die später von den Bewohnern weiter ausgebaut werden können. „Das erste Material dafür haben wir für 16 000 Euro in Indien geordert“, sagt Grobbel. Vor Ort will er sofort „Vollgas geben“, am 1. Juni reisen weitere vier Helfer aus dem Sauerland nach. Zusammen mit den Dorfbewohnern und Studenten aus Dhulikhel wollen die Sauerländer die Hütten errichten.

Zu Beginn dieser Woche erschütterte ein zweites Beben die Region. Klar habe ihn das zum Grübeln gebracht. „Aber ein Rückzug kam nie in Frage“, so der Olper. Im Gegenteil. „Sofern weitere Spenden fließen, werden wir einem weiteren Dorf nach dem gleichen Modell helfen können“, hofft Grobbel auf weitere Unterstützung aus der Heimat.