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Sagenumwobener Hexenstein

07.08.2013 | 17:10 Uhr
Sagenumwobener Hexenstein
Alfons Henke auf der neuen Ruhebank am Hexenstein bei Serkenrode, wo auch Bäume gepflanzt und eine Infotafel aufgesetellt wurden.Foto: Plugge

Serkenrode.   Umd en Hexen- oder Predigtstein oberhallb von Serkenrode ranken sich Mythen und Geschichten.

Er ist ein Ort mit langer Vergangenheit, um den sich Geschichten ranken: der Predigt- oder auch Hexenstein auf dem Heidfeld, einem Höhenzug zwischen Serkenrode und Dormecke.

Hier, unmittelbar am Finnentroper Rundwanderweg auf einer Höhe von 540 Metern, findet man eine circa 1,10 mal 1,36 Meter und etwa 25 cm dicke, natürliche Steinplatte mit einigen Vertiefungen. Der Platz heißt im amtlichen Kataster „Auf den Totenbrüchen“, die Nachbarparzelle „Am Predigtstein“. In einem Findbuch der katholischen Kirchengemeinde Schliprüthen wird der Stein bereits im Jahr 1514 als Predigtstein bezeichnet.

Wie Günther Cremer in der Serkenroder Chronik ausführt, ist folgende Sage zu dem Stein überliefert: Ein Bauer aus Dormecke hatte die Steinplatte, nicht wissend, dass es sich um einen heidnischen Opferstein handelte, vom Heidfeld geholt und vor seine Stalltür gelegt. Doch wenn ein Lebewesen auf sie trat, war es, als wenn der Stein unter dem Tritt weich wie Lehm würde und man sank ein. Das passierte einer Magd, einem Kind, einer Kuh, einem Kalb, einem Schaf und einem Hahn, die sich, so eine weitere Version der Sage, allesamt ein Bein brachen. Die Abdrücke sind noch heute als Vertiefungen in dem Stein zu sehen. Darauf hin wollte niemand mehr mit dem unheimlichen Stein zu schaffen haben und man brachte ihn zu seinem alten Platz auf dem Heidfeld zurück.

Zur Zeit der Urpfarrei Wormbach sind die Toten aus dem Raum Sundern, Hellefeld, Schliprüthen uns Serkenrode am Predigtstein vorbei nach Wormbach gebracht worden, die Angehörigen armer Leute sollen direkt am Predigtstein beerdigt worden sein, weil sie den für den weiteren Weg benötigtem Hafer für die Pferde nicht aufbringen konnten. Schmied Franz Spreemann aus Fretter soll in dessen Umgebung mit einer Wünschelrute Grabstellen gefunden haben. Später wurden Wetter- und Bittprozessionen zum Predigtstein abgehalten, auf dem stehend der jeweilige Geistliche eine Predigt gehalten haben soll.

In einem von Lehrer Ferdinand Rath (1877 bis 1924) verfassten Gedicht auf Platt heißt es, dass dort in der „Hexenzeit“, also der Zeit der Hexenverfolgung im Mittelalter, Hexen verurteilt und auf dem Hesenberg verbrannt worden sein sollen. Daher stamme die Bezeichnung „Hexenstein“.

Eine uralte Buche, die am Predigtstein stand, stürzte laut Günther Cremer bei einem Herbststurm im Jahr 1981 um. Er hat dort eine neue Buche gepflanzt, die allerdings, wie alle Bäume rundherum, ein Opfer des Sturms Kyrill wurde.

In diesem Jahr hat der Arbeitskreis „Unser Dorf hat Zukunft“ in Serkenrode neue Bäume am Hexen- oder Predigtstein gepflanzt sowie eine Bank und eine mit erläuterndem Text und einem QR Code versehene Infotafel aufgestellt.

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2013-08-07 17:10
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