Richtungsweisendes Jahr für die Stadt Attendorn

Voll besetzt war der Ratssaal in Attendorn. Immerhin 180 Personen hatten sich für den Neujahrsempfang angemeldet. Foto:bsg
Voll besetzt war der Ratssaal in Attendorn. Immerhin 180 Personen hatten sich für den Neujahrsempfang angemeldet. Foto:bsg </p>
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180 Bürgerinnen und Bürger hatten sich zum dritten Neujahrsempfang des DRK-Ortsvereins Attendorn angemeldet. Ein Umzug in den großen Saal des Rathauses war deshalb dringend geboten.

Attendorn..  Zum dritten Mal hatte der DRK Ortsverein in Kooperation mit der Stadt Attendorn zu einem Neujahrsempfang geladen. Fanden die Empfänge bis dato im DRK Haus statt, so waren die Vertreter der Kirchen, der Wirtschaft, des Einzelhandels, des Vereinslebens, aus den Schulen, den politischen Fraktionen, aus dem Kulturleben und Vertreter der Rettungsdienste dieses Mal ins Rathaus geladen. „Wir hatten 180 Anmeldungen und damit waren die Kapazitäten unseres DRK-Hauses bei weitem überschritten“, so Vorsitzender Martin Diller bei der Begrüßung. „Wir waren daher froh, dass die Stadt sofort bereit war, uns mit Räumlichkeiten auszuhelfen.“

Nach einem musikalischen Intermezzo der Lehrer-Combo „Swingin‘ Sound“ der Musikschule der Hansestadt Attendorn ergriff zum ersten Mal der neue Bürgermeister Christian Pospischil das Wort, um einen Rückblick auf 2014 und einen Ausblick auf 2015 zu geben.

Seit einigen Monaten im Amt

„Seit einigen Monaten bin ich nun Bürgermeister der Hansestadt Attendorn. Frei übertragen nach Franz Müntefering habe ich damit nach dem Papst das schönste Amt der Welt. Mit dem Unterschied natürlich, dass der Papst unfehlbar ist, wenn er seine Lehrmeinung verkündet. Für das Amt des Bürgermeisters muss man auch ohne den Anspruch auf Unfehlbarkeit auskommen. Vor allem, wenn es um öffentliche Toiletten geht.“ 2014 seien die Grundlagen dafür gelegt, so Pospischil, dass 2015 die Weichen für Attendorn weiter auf Erfolgsspur stünden, denn wirtschaftlich habe man gute Rahmenbedingungen.

Zwei Prozesse

Dieses Jahr stehe auch in der Mitte von zwei Prozessen, die über das Wohl und Wehe der Stadt entscheiden. So werde man zum einen mit den Bauarbeiten im Gewerbe- und Industriegebiet Fernholte beginnen. „Ich glaube nicht, dass die vor einigen Tagen eingereichte Klage daran etwas ändert“, so der Bürgermeister. „Die dafür nötigen Baumaßnahmen werden Kosten in Millionenhöhe aufwerfen und sind auch zeitlich gesehen Haupt- und Mittelteil der Erschließung des Industriegebiets.“ Der zweite Prozess ist die Aufstellung eines Innenstadtentwicklungskonzeptes. „Es gilt ein tragfähiges Entwicklungskonzept fertigzustellen, das als Grundlage dazu dient, Städtebaufördermittel zu generieren. Gleichzeitig müssen wir den Bürgern signalisieren, dass Rat und Verwaltung der Stadt es ernst meinen mit einem zukunftsträchtigen Umbau unserer Innenstadt. Beide Prozesse sind nicht nur von existenzieller Bedeutung für unsere Kommune, sie sind auch von einer finanziellen Größenordnung, dass sie notwendigerweise die Haushaltspolitik für dieses Jahr 2015 prägen.“ Kurz ging der erste Mann der Stadt auch auf die Asylpolitik und das Ehrenamt im Stadtgebiet ein, bevor das Abendbüfett eröffnete wurde.

Fakten udn Zahlen

Die Verwaltung geht von einem unveränderten Gewerbesteuer-Ansatz von 28 Mio. Euro im Jahr 2015 aus. Genauso hoch ist die Kreisumlage der Stadt. Der sogenannte Kommunalsoli, die Abundanzumlage, schlägt mit rund 1,8 Mio. Euro zu Buche. Mit fast 400.000 Euro werden die Vereine im Stadtgebiet bezuschusst. 600.000 Euro werden in die Schulgebäude investiert. Für die Modernisierung der Heizungs- und Lüftungsanlage in der Hansasporthalle sind 400.000 Euro vorgesehen. Für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung stehen 150.000 Euro bereit. Weiter sind in den Haushalt 300.000 Euro für den Umbau des Kreuzungspunktes Ennester Tor eingestellt worden.