Rat muss über Einrichtung für Asylbewerber entscheiden

Olpe..  Eher Stellungnahmen als Fragen beherrschten die Diskussion am Dienstagabend in der Olper Realschule (wir berichteten). Thema war die Umwandlung der Familienferienstätte Regenbogenland in eine Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge. Bürgermeister Horst Müller machte gleich zu Beginn deutlich, er sei froh, dass „die Versammlung vor der politischen Diskussion“ stattfinde. Er erläuterte noch einmal das bisherige Verfahren und betonte, dass es bei der Zahl der Flüchtlinge eine Deckelung bei 400 (statt der bisher angenommenen 500) geben werde. Eine Überbelegung könne die Stadt verhindern. Zur Umsetzung der Pläne sei aber auf jeden Fall ein Ratsentscheid nötig.

Der Kritik eines Bürgers, dass eine Integration der Flüchtlinge in diesem Falle sicher nicht möglich sei, entgegnete Peter Ernst von der Bezirksregierung, dies sei auch nicht Aufgabe einer ZUE. Allerdings müsse man den Menschen durchaus Annehmlichkeiten bieten, zu denen das geplante Frauencafé ebenso gehöre wie ein Kindergarten. Aber auch eine „Disko“, ein Filmraum und Platz für Sport (u.a. im umzäunten Außenbereich) werde es geben. Und für die Betreuung rund um die Uhr würden Mitarbeiter eingesetzt, die die „wichtigsten Herkunftssprachen beherrschen und eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium vorweisen können“, so Ernst.

Siegbert Rasche, CDU-Ratsherr in Olpe, verwies auf die „vier Schlichthäuser“ in Lütringhausen, die ebenfalls nah an der Nachbarbebauung lägen und sagte: „Wir kommen gut damit zurecht.“

Keine andere Sicherheitslage

Befürchtungen, dass es zu mehr Kriminalität kommen könne, trat nicht nur der Bürgermeister von Burbach, Christoph Erwes, entgegen, sondern auch die beiden Polizeibeamten am Podium. Diethard Jungermann, Leiter der Olper Polizei, stimmte auf Nachfrage zu: Mancherorts gebe es gar keine Veränderung der Sicherheitslage.

Vor allem Christoph Becker, Geschäftsführer der Caritas im Kreis Olpe, warf die Frage nach der geeigneten „Willkommenskultur“ für die Flüchtlinge auf. Man müsse sich fragen, wie man selbst als Flüchtling anderswo gern aufgenommen würde und sich nicht nur um die Zahlen kümmern, gab er zu bedenken und bekam viel Beifall.

Über diese und andere Fragen wird man wohl an einem runden Tisch sprechen können, für den „in diesen Tagen“ Einladungen rausgehen sollen, wie der Bürgermeister betonte.

Auf die Frage von Reiner Löcker vom Vorstand der Bürgerinitiative für eine humanitäre Flüchtlingspolitik in Olpe, warum man es denn so eilig habe, meinte der Bürgermeister, das sei keine Eile, sondern vorausschauende Planung. Ab August sei nämlich auf jeden Fall mit der Zuweisung von Flüchtlingen zu rechen.