Radiologie: Kassenarztsitze neu vergeben

Bei dem Fototermin am Donnerstag, 15 November 2012 präsentieren Krankenhaus-Mitarbeiter einen neuartigen Computertomographen und den Demonstrationsraum in der Radiologie des Evangelischen Krankenhauses in Mülheim. Das Bild zeigt Chefsekretärin Gisela Reinhold (auf der CT-Liege) bei einer Demonstration des CT. Foto: Peter Sieben / WAZ FotoPool
Bei dem Fototermin am Donnerstag, 15 November 2012 präsentieren Krankenhaus-Mitarbeiter einen neuartigen Computertomographen und den Demonstrationsraum in der Radiologie des Evangelischen Krankenhauses in Mülheim. Das Bild zeigt Chefsekretärin Gisela Reinhold (auf der CT-Liege) bei einer Demonstration des CT. Foto: Peter Sieben / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach der Neuvergabe von drei radiologischen Kassenarztsitzen könnte die ambulante Versorgung besser werden. Doch es steht Ärger ins Haus.

Kreis Olpe..  Zum Jahresende 2014 hat der Krankenhauskonzern Helios als neuer Besitzer des Attendorner Krankenhauses die der Klinik angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) als Verlustbringer geschlossen.

Besonders hart traf die Bevölkerung im Kreis Olpe dabei die Schließung des radiologischen MVZ, ehemals Praxis Schneider/Munding/Widmann in Olpe Am Stötchen, die einen Großteil der anfallenden ambulanten radiologischen Untersuchungen im Kreis Olpe durchgeführt hat.

Nach einigem Hin und Her hat jetzt der zuständige unabhängige Zulassungsausschuss die drei frei gewordenen Kassenarztsitze neu vergeben. Nach Aussage des Pressesprechers der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Jens Flintrop, wurden die drei Sitze, „teilweise hälftig“ an drei Bewerber vergeben. „Als Tätigkeitsort der jeweiligen Ärzte wurde Olpe festgelegt. Somit ist die radiologische Versorgung in Olpe gesichert“, so Flintrop.

Rechtliche Schritte möglich

Ob das stimmt darf bezweifelt werden, denn nicht alle Beteiligten sind mit der Aufteilung zufrieden und rechtliche Schritte sind nicht ausgeschlossen. „Die haben dann aufschiebende Wirkung und verzögern das Ganze weiter“, erläutert Dr. med. Martin Junker aus Olpe, Leiter der Bezirksstelle Lüdenscheid der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

Ein halber Kassenarztsitz ging an die Praxis für Radiologie im Medizinischen Versorgungszentrum I der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen. Wie Thomas Klur, Leiter der Unternehmenskommunikation, auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, habe man einen ganzen Sitz beantragt, um zukünftig „mit Dr. Munding eine Versorgungslücke im Bereich kurative Mammographie im Kreis Olpe zu schließen“. Das sei mit einem halben Sitz nicht so gut möglich. Zwar fehle der schriftliche Beschluss des Zulassungsausschusses noch, so Klur, doch sei es nicht ausgeschlossen, dass man Rechtsmittel dagegen einlegen werde.

Die weiteren Sitze gingen an die Radprax-Gruppe, nach eigenen Angaben einer der größten Verbünde von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Praxen in Nordrhein-Westfalen für Radiologie, Nuklearmedizin, Kardiologie und Strahlentherapie mit acht Standorten, darunter auch Plettenberg, und an die MVZ RNR (Radiologisches Netzwerk Rheinland) GmbH mit Hauptsitz in Leverkusen sowie 16 weiteren Standorten, überwiegend im Rheinland. Der nächste ist in Gummersbach.

Auf dem Rücken der Patienten

Während man sich hier nicht imstande sah, kurzfristig Auskünfte zu erteilen, verwies Daniel Leschik von der Radprax-Unternehmenskommunikation auf „ein laufendes Verfahren, welches nicht bestätigt werden kann“ und regte an, sich Ende der 24. Kalenderwoche noch einmal bei ihm zu melden.

Dr. Martin Junker verurteilt es, dass die Beteiligten „auf dem Rücken der Patienten, die keine Versorgung bekommen, streiten und ihre Claims abstecken“. Die Kassenärztliche Vereinigung und den Zulassungsausschuss hätten keine Schuld an der Situation, die Beteiligten hätten sich vorher absprechen sollen. Er könne das alles nicht gutheißen.

Tobias Pott, Pressesprecher von Helios, erklärte, dass man das Verfahren nicht beeinflussen könne, es aber begrüßen würde, „wenn rasch eine rechtssichere Entscheidung“ zustande komme.