Protest gegen Steuerwucher in Kirchhundem

Kirchhundem..  Eine ganze Serie unprofessioneller Handlungen, offensichtlicher Überforderungen und falscher Wahlversprechen wird der Kirchhundemer Verwaltungsspitze um Bürgermeister Reinéry und Beigeordneten (Kämmerer) Middelhoff von heimischen Unternehmern und Bürgern unterstellt, nachdem im Haushaltsentwurf für dieses Jahr horrende Steuererhöhungen zum zwingend vorgeschriebenen Ausgleich des Etats vorgeschlagen wurden (wir berichteten).

Beim sogenannten „Bürgerhaushalt“ haben alle Bewohner der Waldgemeinde die Gelegenheit, am morgigen Donnerstag ab 17 Uhr in der Hauptschul-Aula Kritik und Anregungen zu äußern, damit die Gemeinde einen Ausweg aus ihrer desaströsen Finanzlage findet.

Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Sitzungszimmer im Rathaus stattfinden. Also praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil es dort nur ein Dutzend Stühle gibt. Das Echo innerhalb der Bevölkerung auf die Steuerpläne der Gemeinde, von denen alle Bürger und Unternehmen massiv betroffen wären:

Unternehmer Walter Mennekes kennt die Stimmung in seinem Betrieb. Weiß, dass zahlreiche Häuslebauer eben nicht willens sind, ab diesem Jahr 120 Euro mehr an Grundsteuer zu bezahlen. Hält das Verfahren der Verwaltung, erst die gesamte Bürgerschaft mit dem vorgelegten Zahlenwerk zu schockieren und danach um Lösungsvorschläge zu bitten - im winzigen Sitzungsraum des Rathauses - für einen Witz. Mennekes: „Den Bürgern wurde hierbei nicht. wie im Wahlkampf vollmundig versprochen - das Ohr geliehen, sondern ihnen eine schallende Ohrfeige verpasst.“

Prof. Dr. Stephan Becker, Geschäftsführer der Becker-Immobilien in Welschen Ennest, moniert die Wirtschaftspolitik der Gemeinde, vermisst persönliche Gespräche mit der Verwaltungsspitze: „Dann soll man sich nicht wundern, wenn man später kein Gehör mehr findet.“

Stille Abwanderung

Seine Familie habe bisher immer der Gemeinde Kirchhundem unternehmerisch die Treue gehalten. Seine Firma könne er aber ohne weiteres auch an einem anderen Standort betreiben. Eine „stille Abwanderung“ von Unternehmen und Bürgern, die nicht massiv „gefangen“ seien in Kirchhundem, hält Prof. Becker durchaus für möglich.

Pastor Georg Wagener bemängelt die Fixierung von Reinéry und Middelhoff fast ausschließlich auf Steuer- und Gebührenerhöhungen: „Man muss doch auch einmal fragen, inwieweit der Kreis Olpe mit seiner Kreisumlage das Fiasko in den Kommunen mit verschuldet.“

Offenbar sei ein Umlagehaushalt weitaus einfacher zu verabschieden als ein kommunaler. Und während die sieben Kommunen ihre Rücklagen massiv in Anspruch genommen haben, weigerten sich Landrat Beckehoff und der Kreistag beharrlich, die Umlage durch einen Griff in die eigenen Rücklagen zu reduzieren.

Auch Helmut Kinner aus Würdinghausen wird deutlich: „Woanders versuchen Kommunen, neue Gewerbetreibende anzusiedeln, hier in Kirchhundem werden die ansässigen gezielt kaputt gemacht. Auf unsinnige Dinge wie den Legge-Ausbau oder den unvollendeten Radweg zu verzichten, wären eine Alternative.“

Werner Hesse aus Oberhundem: „Bürger und Unternehmer sind gefordert, am Donnerstag durch ihre Präsenz Interesse zu zeigen und nicht nur im stillen Kämmerlein zu meckern.“