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Prokurist sagt im Höffken-Prozess aus - Pläne mit Polen gingen nicht auf

05.06.2012 | 18:43 Uhr
Prokurist sagt im Höffken-Prozess aus - Pläne mit Polen gingen nicht auf
Bis jetzt redeten nur die Kollegen: Rüdiger Höffken machte am vierten Prozesstag noch keine Angaben. Foto: Thomas Nitsche

Dortmund/Attendorn  Scheinbar übernahm sich RH Gruppe in Gorzyce. Der Felgenhersteller musste vier Millionen Euro ins Werk stecken. Die Erträge waren in den Jahren 2006 und 2007 schlecht. Das sagte der mitangeklagte Prokurist im Prozess gegen den Attendorner Rüdiger Höffken aus.

Es klang alles so einfach. Jörg S. sollte nach Polen gehen und dort um ein Werk für Autoräder auf Vordermann bringen. „Ich schmeiß dich dann mit Aufträgen tot“, soll ihm sein Vorgesetzter Rüdiger Höffken mit auf den Weg nach Gorzyce gegeben haben. Doch der Plan ging nicht auf. Das Polen-Abenteuer stand von Anfang unter keinem guten Stern und bereitete der gesamten RH Gruppe wirtschaftliche Probleme.

Das berichtete Jörg S., der am Dienstag erneut zu seiner Rolle im Attendorner Felgen-Unternehmen befragt wurde. Der langjährige Prokurist im Höffken-Unternehmen saß auf der Anklagebank im Dortmunder Landgericht. Dort wird in erster Linie Rüdiger Höffken der Prozess gemacht, da er sich des mehrfachen Betruges, mehrfachen Bankrotts, Untreue und Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben soll. Der 65-Jährige machte bislang noch keine Angaben zur Sache. Dafür schilderte sein enger Mitarbeiter, dem Beihilfe vorgeworfen wird, ausführlich den Niedergang der Firmengruppe.

Jörg S. zeigte Reue. Dass er im Jahr 2005 Scheinrechnungen billigte, deren Erlöse auf Schweizer Konten flossen, gab er bereits in einem vorigen Prozess zu. „Das war vielleicht falsch verstanden Loyalität“, versuchte Jörg S. sein Verhalten zu begründen.

Bis zur vier Millionen in polnische Filiale investiert

Foto: WP

2006 übernahm Höffken ein Werk in Polen, sein Prokurist war in der Anfangszeit häufig vor Ort. Jörg S. sieht in der Investition heute einen Fehler. „Da hat sich die Gruppe übernommen“, erklärte der 56-Jährige. Das Werk war mit 20 Gießmaschinen für die Produktion von bis zu einer Million Räder jährlich ausgerichtet. Der Bedarf für die RH Gruppe und ihre Partner lag weit darunter. „Zudem sind viele versteckte Kosten aufgetaucht“, berichtete Jörg S. So musste das Attendorner Unternehmen bis zu vier Millionen in seine polnische Filiale stecken. Die Technik war schlichtweg veraltet.

Doch auch in der Heimat gab es Probleme. Zwei milde Winter in Folge bekam das Unternehmen zu spüren, viele Winterreifen blieben im Lager. Spätestens 2007 machte sich Jörg S. große Sorgen um den Fortbestand der RH Gruppe. „Wir hätten uns damals verschlanken müssen“, betonte der Angeklagte.

Runder Tisch mit den Banken als Geldhahn klemmte

Anfang 2008 drohten die Banken, Rüdiger Höffken den Kreditrahmen zu verkleinern. Bei einem Runden Tisch verhinderte der Firmenchef aber, dass ihm der Geldhahn zugedreht wird. Er willigte ein, dass Mitarbeiter der Kölner Unternehmensberatung „Struktur Management Partner“ einen Blick in die Bücher werfen durften. Doch Höffken er die Berater mit einer gefälschten Buchung hinters Licht geführt haben soll, setzte sich der Niedergang seiner Gruppe weiter fort. Mit diesen Aussagen wird Rüdiger Höffken wohl am 12. Juni konfrontiert. Am kommenden Dienstag geht der Prozess in Dortmund in die fünfte Runde.

Denis de Haas



Kommentare
06.06.2012
20:51
Niedergang von RH Akurad
von nur_meine_meinung | #1

Der Niedergang lang nicht nur am Polengeschäft.

Seht Euch mal in den verschiedenen Autoforen um und fragt nach der Qualität von RH Felgen.

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