Projekt Bürgerhaus ist vorerst gescheitert

Attendorn..  Das Projekt „Bürgerhaus Alter Bahnhof“ ist vorerst gescheitert. Wie Bürgermeister Christian Pospischil in der gestrigen Ratssitzung bekannt gab, haben sich Stadt und der Verein „Alter Bahnhof Attendorn e.V.“ darauf verständigt, dass das Projekt ein zu großes wirtschaftliches Risiko darstellen würde.

In der letzten Workshop-Sitzung haben die beiden Vorstände Martin Kuschel und Jürgen Aubert zur Begründung auf eine „signifikante Kostensteigerung bei gleichzeitiger erheblicher Beschränkung der Erlösseite“ verwiesen.

Ursache seien die Ergebnisse der Workshops und Vorgaben für eine Landesförderung gewesen. Unter diesen Rahmenbedingungen könne der Vorstand dem Verein die Fortsetzung des eingeschlagenen Weges nicht empfehlen: „Es sei aus ihrer Sicht auch für die Hansestadt Attendorn nicht zumutbar, dauerhaft ein derartig defizitäres Projekt zu finanzieren und zudem noch das Risiko zu tragen, wenn der Verein nicht mehr in der Lage wäre, das Bürgerhaus weiterzuführen“, so Bürgermeister Pospischil.

Engagement erhalten

In der gleichen Workshop-Sitzung machten die Vertreter der Stadt nach Aussage des Bürgermeisters deutlich, dass das bürgerliche Engagement und die fachlichen Inhalte zur Entwicklung des Bürgerhauses nicht verloren gehen sollten.

Die Vereinsmitglieder sollten deshalb das Angebot des Bürgermeister prüfen, „ob und wie das Bürgerhaus Alter Bahnhof in anderer Form doch noch zur Realisierung geführt werden kann.“

Gregor Stuhldreier (SPD) verlas einen interfraktionellen Antrag, dass der Bürgermeister beauftragt werden soll, einen Investor für den Bahnhof zu suchen, der bereit ist, mit Verein und Verwaltung an einer Realisierung des Projektes zu arbeiten. Sollte dieser Investor bis zum Sommer nicht gefunden werden, wird der Bürgermeister ermächtigt, Gebäude und Grundstück anderweitig - aber immer im Sinne des Innenstadtentwicklungskonzeptes - zu vermarkten. Dieser Beschluss wurde einstimmig angenommen.

Fragen an die Mitglieder

Der Vorstand des Vereins „Alter Bahnhof“ will in der Generalversammlung, die Ende Februar stattfinden soll, die Mitglieder befragen, ob sie dem Vorschlag folgen wollen, den bislang eingeschlagenen Weg zu verlassen. Ebenfalls soll die Frage gestellt werden, ob die Mitglieder Gespräche mit der Stadt zur Neuaufstellung des Projektes Bürgerhaus für sinnvoll halten und wenn ja, welche Ziele verfolgt werden.