Pro Ehrenamt-Preis für Otmar Schneider

Otmar Schneider im „Abfall-Einsatz". Seit 12 Jahren sammelt der heute 74-Jährige Müll auf den Straßen und Wegen im Veischedetal.
Otmar Schneider im „Abfall-Einsatz". Seit 12 Jahren sammelt der heute 74-Jährige Müll auf den Straßen und Wegen im Veischedetal.
Foto: WP

Grevenbrück..  Seit 12 Jahren zieht er regelmäßig bei Wind und Wetter durch das Veischedetal. Ob per Rad oder zu Fuß, den Müllsack hat er immer dabei, um seine Heimat sauberer zu machen.

Für sein beispielhaftes, ehrenamtliches Engagement zeichnete die Volksbank Bigge-Lenne Otmar Schneider jetzt mit dem Pro-Ehrenamtspreis 2014 in der Region Grevenbrück/Finnentrop. aus. Vorstandsmitglied Bernd Griese und Regionaldirektor Egon Mester überreichten dem 74-jährigen Rentner in der Niederlassung Grevenbrück den Preis, dotiert mit 250 Euro. Der Preis ist eine gemeinsame Aktion von Volksbank Bigge-Lenne und WESTFALENPOST, mit dem ehrenamtliches Engagement für die Allgemeinheit honoriert wird.

Verbunden mit Land und Leuten

Egon Mester: „So wie die Volksbank Bigge-Lenne mit Land und Leuten verbunden ist, so sind Sie mit Ihrem Heimatort verbunden. Besondere Menschen, die Besonderes leisten, aber dafür nicht immer in Funk und Fernsehen zu sehen sind, verleihen wir gerne diesen Preis.“

Otmar Schneider geht es nie um seine Person, sondern immer um die Sache. Regelmäßig fährt er seine Liste mit einem Dutzend neuralgischer Punkten in Grevenbrück und Umgebung ab - und wird immer fündig. Und auch, wenn er für die SGV-Abteilung Wege zeichnet, hat er immer einen Müllsack dabei und sammelt auf, was nicht in die Natur gehört. Autoreifen, Fahrräder, Kanister mit Altöl und, und, und liefert er regelmäßig beim städtischen Bauhof ab. Die Mitarbeiter kennen ihren „ehrenamtlichen Kollegen“ bestens, versorgen ihn mit leeren Müllsäcken. Angefangen hat das ungewöhnliche Hobby vor 12 Jahren nach einem Besuch der tschechischen Hauptstadt Prag. „In Prag lag damals soviel Dreck auf den Nebenstraßen, da will ich nie wieder hin“, erinnert sich Otmar Schneider.

Ärgern lohnt nicht

Wieder zuhause wurde ihm deutlich, wie viel Müll sich auch bei uns auf Straßen, Plätzen und Wegen sammelt, achtlos fallen gelassen von den Kindern der Wegwerfgesellschaft. Er kaufte sich eine Greifzange und begann den Kampf gegen den Dreck.

Das „Ärgern“ über den Unrat am Straßenrand hat er sich im Laufe der Jahre abgewöhnt. „Ich habe damit aufgehört, das bringt nichts. Ich freue mich, wenn ich ein paar Tage später wieder an der gereinigten Straße vorbeikomme und sie dann immer noch einigermaßen sauber ist.“ Wenn Otmar Schneider mal nicht als Müllsammler oder Wegezeichner unterwegs ist, zählt er das Segeln zu seinen Hobbys.

Geldpreis sofort gespendet

Auf die Frage, was er mit dem Preisgeld in Höhe von 250 Euro machen werde, musste der Maschinenbau-Ingenieur im Ruhestand nicht lange überlegen. Das Preisgeld spendete Schneider noch am gleichen Nachmittag der Preisverleihung an die ARGE 875 Jahre Grevenbrück für die Jubiläumsfeierlichkeiten.